Nach ihrem brillianten Album "Les Fleurs du Mal" melden sich Sopor Aeternus & The Ensemble Of Shadows mit der Vollendung Ihrer eigenartigen Studie zurück, der nicht minder emotionalen Schwester/Veröffentlichung "Sanatorium Altrosa - Musical Therapy for spiritual Dysfunction". Öffnen wir also vorsichtig die kunstvoll gestalteten Seiten der höchst seltsamen Broschüre jenes Sanatoriums und wagen einen kurzen Blick auf die Klänge, mit denen man uns hier konfrontiert:
Als Erstes begegnet uns eine Instrumentalversion von "Consider This: The True Meaning Of Love", einem kraftvollem Neo-Klassik Stück mit schweren, fast schon als typisch germanisch zu bezeichnenden, militärartigen Pauken- und Trommelrhythmen, welche die dramatischen Streicher wuchtig vorantreiben, um dann am Ende eine Auflösung in einer langsam dahinschreitenden Trauerprozession zu erfahren.
Auf diese gekonnte Einführung hin folgt "Architecture II", ein Track der bei Einigen unweigerlich Erinnerungen an alte Dead Cad Dance-Stücke wachrufen wird (wobei hier allerdings mit einem Text aufgewartet wird, bei dem Brendan und Lisa seinerzeit wohl das kalte Grauen gepackt hätte). Die alte Totenkrähe von Anna-Varney Cantodeas höchst abwechslungsreicher Stimme kleidet sich hierbei in samtig schimmernden Hall, stets begleitet von dem allgegenwärtigen Ensemble aus Streichern, Holz- und Blechbläsern sowie Schlagzeug und einem durch und durch männlichen Chor, der sich im finalen Höhepunkt auf grotesk-amüsante Weise ehrfurchtsvoll über das Phänomen der durch bloße Gedankenkraft (eines allerdings nicht näher benannten Individuums) hervorgerufene Orgasmen ergeht.
Stück Nummer Drei ist ein Remix von "Shave, If You Love Me", gefolgt von "La Mort d'Arthur" in einer Instrumentalvariante. Ersteres klingt um einiges anders als die ursprüngliche Albumversion, und Letzteres entwickelt selbst ohne den unschuldig-kecken Kinderchor eine erstaunlich dunkel-fröhliche Beschwingtheit.
Nummer Fünf ist die Originalversion von "Consider This", in welcher sich AVCs Stimme schreiend ihren Weg durch perkussives Schlagzeug, asiatische Saiteninstrumente und allerlei Elektronik bricht.
Mit dem instrumentalen "The Conqueror Worm II" gelangen wir zum Zentrum von "Sanatorium Altrosa" und begegnen einen Stück, das sich vielleicht am ehesten als klassische, durch schwungvoll-energische Streicher belebte Feierlichkeit des Todes und des Verfalls in all ihrer Herrlichkeit beschreiben lässt. Mit Sicherheit einer der vielen Höhepunkte dieser wirklich eigenwilligen Veröffentlichung.
Die Wärme und zauberhafte Schönheit des instrumentalen "In der Palästra" überbrückt sanft den schaurigen Abgrund hin zu "Collision - You May Lie On Your Back, If You Want To ... Even Close Your Eyes To Sleep", einem ziemlichen Titelmonster, das sich auch augenblicklich als wahrlich erschreckendes Horrorszenario entpuppt. Unvermittelt wandelt sich hier die Atmosphäre zu schierem Grauen und stellt damit einen derart heftige Kontrast zu dem vorangegangenen Stück dar, dass es dem unbedarften Hörer durchaus einen ziemlichen Schock versetzen könnte. Extrem beunruhigend und dunkel ist die Musik mit einem Mal, in der deutlich mehr als nur ein Hauch von Irrsinn weht, wenn wir mit ansehen müssen, wie die garstige Heimsuchung der Furcht und homoerotischen Nekrophilie aus dem alten Grab zurückkehrt. Dieser Track ist definitiv back to the roots - und sogar noch ein ganzes Stück darüber hinaus!
Der nachfolgende instrumentale Edit von "Les Fleurs du Mal" ist daher eine äußerst willkommene Erleichterung nach all dem Schrecken und fühlt sich tatsächlich wie ein frühabendlicher Spaziergang über eine friedliche Sommerwiese an.
Die ebenfalls instrumentale Version von "Bitter Sweet" ist gleichsam poetisch und wild, wie ein Pendel, das unaufhörlich zwischen dem zärtlichen Klang der Harfe und dem beinahe schmerzhaft hohen Kreischen der Violine (gepaart mit einem kraftvoll-rockigen Schlagzeug), hin und her pendelt.
Der magische Kreis wir zu guter Letzt geschlossen durch eine weitere Version des vortrefflich orchestrierten "Consider This: The True Meaning Of Love", wobei sich Anna-Varney diesmal allerdings in einer schmerzhaften Klage die Seele aus dem Leib zu schreien scheint; ein tiefempfundenes Plädoyer für den assistierten Suizid, das universelle Recht auf aktive Sterbehilfe. Der dramatische Chor verstärkt AVCs verzweifelt wütenden Gesang, durch den jegliche Illusion einer romantischen Liebesvorstellung ein herber Schlag in das zuweilen allzu rosige Gesicht verpasst wird. -- Und beim Klang der schweren Totenglocke ... kommt alles zu einem stillen Ende.
"Die Dame, von welcher dereinst dieses Institut gegründet wurde, war gleichzeitig auch die erste Patientin, die man hier einwies [...]". -- Dies sind die Worte, die mit zittriger Hand auf die altrosafarbenen Tapete geschrieben wurden, verborgen in einer der vielen dunklen Ecken des heruntergekommenen "Sanatorium Altrosa" - doch dieses Mal kann selbst all das viele Pink nicht länger über die immense Traurigkeit hinwegtäuschen, die jedem Winkel dieses einsamen Ortes entströmt.
Die auf nur 999 Exemplare limitierte Collectors Edition, welche liebevoll "Bag To The Roots" genannt wird, enthält zusätzlich zur Deluxe-Hardcover-Buch-Version des Albums noch zwei 12" Platten aus dunkelrotem Vinyl, zwei Audio-Kassetten (einmal "Les Fleurs Du Mal" und einmal "Sanatorium Altrosa"), ein schwarzes Kondom mit Schokoladengeschmack und ein von Anna-Varney handsigniertes sowie -geprägtes Originalitäts-Zertifikat. Verpackt ist das ganze in einer schwarzen Baumwolltasche mit Sopor Aeternus Logo. Dazu gibt es ein T-Shirt in der angezeigten Größe "XL". Achtung: Es können nur Bestellungen bis zum 01.04.08 angenommen werden!!!
Sopor Aeternus
"Sanatorium Altrosa (C.E. + T-Shirt)"
Set • Größe XL
Preis: 49,90
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CD "Sanatorium Altrosa (Deluxe Edition)"
Preis: 29,90
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"Sanatorium Altrosa (C.E. + Girlie-Shirt)"
Set • Größe S
Quelle: infrarot

FREU
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