Rezension PHASE III „Es wird dunkel“

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Posted by Miss Achtung on 27. April 2009 - 16:25 in Phase III, Rezensionen

PHASE III ein eingängiger Name, der zu einer neuen Band gehört, bestehend aus S.T.E.F.F.E.N. (seines Zeichens ehemaliger Sänger der Berliner EBM-Band MASTERTUNE), Spif Anderson, Leviathan und Graf Tarek (den „Duke“ der Münchner Gothicszene). Dazu gesellen sich David Williamson, Sprecher, der schon für diverse Fernsehsender wie PRO 7 und CNN gearbeitet hat, sowie einige Gastsänger und Musiker.

Mit „Es wird dunkel“ erschien am 17.April 2009 das Debütalbum. Der Pressetext beschreibt eine ausgewogene Soundstruktur aus Elektro- und Popelementen, sowie E-Gitarren, was so einiges erwarten lässt. Gesangliche Vielfalt und Clubtauglichkeit wird ebenfalls versprochen.
Die im Pressetext beschriebenen Merkmale zeigen sich schon einmal mehr als deutlich im Opener „Friendly Damage“. Ausgewogenheit zwischen elektronischen Parts und Gitarren. S.T.E.F.F.E.N.`s klare und saubere Vocals verbinden sich gekonnt mit den Sprachsamples. „Der Trauermarsch“ hingegen beginnt mit wohlbekannten Klängen und wurde mit Samples aus „The sixth sense“ bestückt. Durch die teilweise geflüsterten Vocals wirkt er düster und passt sich super ins Gesamtkonzept von „Es wird dunkel“ ein. Aber die Jungs können auch ruhiger, was sie bei „Im Nebel“, „Die Liebe ist“ und „Handschrift“ unter Beweis stellen.

Diese Songs sind gesanglich abwechslungsreich arrangiert, mischen sich doch weibliche, eher zarte mit männlichen, teilweise aggressiven Vocals. Damit aber auch zum ersten Kritikpunkt: Jungs, bitte nehmt es mir nicht übel, aber so manchmal beschleicht mich das Gefühl, vor allem wenn die weiblichen Vocals einsetzen, dass hier ein gewisser Hang zum Schlager besteht und die Songs dadurch leider etwas an Tiefgründigkeit und Überzeugungskraft verlieren.

Als clubtauglich sind mit Sicherheit einige Songs einzustufen. Dazu gehören „Back“ (ein neu arrangierter Song aus S.T.E.F.F.E.N.`s MASTERTUNE-Zeiten), „So say we all“ oder auch „Es wird dunkel“ und „Die neue Zeit“. Denn hier bekommt man soundtechnisch richtig was zu hören. Knackige Beats, harte Gitarren und elektronische Soundelemente verbinden sich mit den teilweise aggressiven Vocals zu einem überaus tanzbaren Songgerüst. Leider kommt jetzt Kritikpunkt Nummer zwei: Die Songs sind alle sehr lang. Mit Sicherheit ein weiterer Punkt, der beim nächsten Mal verbessert werden könnte.

Kommen wir daher mal zum nächstem Guten. Die Coverversionen der beiden 80er Klassiker „Fade to grey“ von VISAGE und „True faith“ von NEW ORDER halte ich für sehr gelungen. Und mit dem technoiden Remix von „Im Nebel“ beweisen PHASE III einmal mehr ihre Vielseitigkeit. Soundstruktur und Geschwindigkeit zeugen auch hier von Clubtauglichkeit.

Mit 16 Songs auf dem Album bekommt man bei Gefallen richtig was für sein Geld geboten. PHASE III überzeugt mit der Ausgewogenheit zwischen elektronischen Sounds und passenden Gitarrenparts gepaart mit guten Vocals und ausgesuchten Sprachsamples. Und wenn an den angesprochenen Kritikpunkten gearbeitet wird entsteht beim nächsten Mal ein absolut super Album. Ich lass mich überraschen…Ihr auch?

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