Rezension Nitzer Ebb - Industrial Complex

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Posted by Miss Achtung on 3. February 2010 - 14:21 in Nitzer Ebb, Rezensionen

Es war 1982, als Bon Harris and Douglas McCarthy damit anfingen, ihre Demos aufzunehmen. Ihr Equipment was sehr minimalistisch: Schlagzeug, ein Sequencer und die charismatische Stimme McCarthys - genau so minimalistisch auch ihr Sound. Das waren die Zeiten als die Punkszene noch sehr lebendig war und der Sound von Nitzer Ebb die Merkmale des Punks trug. Der Name Nitzer Ebb bekam ein Synonym zur neuen Musikrichtung – Electronic Body Music, alias EBM.

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Als Trio von Bon Harris, Douglas McCarthy und Jason Payne ist NE für innovative Alben wie “That Total Age”, “Belief” und “Ebbhead” verantwortlich, die wohl jedem EBM-Fan bekannt sein dürften. Das 1995er Album “Big Hit” war die letzte Studioplatte der Briten in voller Länge. Für über zehn Jahren gingen die Musiker getrennte Wege bis sie sich vor ein paar Jahren dazu entschieden, wieder live zu spielen. Damit waren sie sehr erfolgreich, die neuen Stücke kamen beim Publikum an und wurden neben den Klassikern in die Livesets integriert.

Ich glaube, man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass „Industrial Complex” die am meisten erwartete Wiedervereinigungsplatte dieses Jahres ist. Ich gewann einen sehr positiven Andruck von dieser CD. Es ist NE gelungen an ihren alten Stil anzuknüpfen ohne sich obsolet anzuhören. Außerdem singt McCarthy auf „Industrial Complex” anstatt zu schreien, wie es bei seinem vorherigen Projekt Fixmer and McCarthy üblich war. Der Opener “Promises” schlägt gleich auf die Ohren mit dem Markenzeichen der Band, sprich: Old-School EBM, während der Text den Hörer dazu bewegt nachzudenken, was er/sie mit dem Restzeit ihres/seines anfangen will. „The time is not on your side” – wie wahr! “Going Away” ist eigentlich in die Kategorie Ballade einzugliedern. Das habt ihr nicht wirklich erwartet, oder? Das Klavier führt die Melodie, während die Effekte absolut minimalistisch bleiben und nur an ein wenigen Stellen das Feeling des Liedes verstärken. Es geht darum, wie eine Person merkt, wie die Partnerin sich von ihm entfernt und das die Beziehung auf die Trennung läuft.

“Hit you Back” handelt von Zurückweisung. “No matter what you do, I’m not in love with you” – wer hat diese Worte noch nicht gehört? “Down on your Knees” bietet meiner Meinung nach etwas von Depeche Mode. Hier geht es aber ganz subtil zur Sache. Apropos, NE spielen als die Vorband von DM im deutschen Abschnitt ihrer kommenden Tour. “I don’t Know You” ist eine schönes Mid-Tempo Lied zum Tanzen ohne in Atemnot zu geraten, wobei der Text eher für eine Ü18-Party angemessen wäre.

Bei “Travelling” handelt es sich darum, sich selbst besser kennen zu lernen und Dinge über sich selbst herauszufinden. Wie der alte Sokrates (nicht in meiner Anwesenheit) mal sagte: Kenne dich selbst! Weitere Songs, die richtig in den Arsch zu treten wissen sind: “Kiss Kiss Bang Bang”, „My Door is Open” und das kraftvolle “Payroll”.

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Falls sich The Sisters of Mercy 2010 nicht spontan entscheiden ein neues Album aufzunehmen (die Chance dafür ist nicht höher als für einen Come Back von Jesus), ist „Industrial Complex“ die am meisten erwartete Wiedervereinigungsplatte des Jahres.

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