Der Ulmer Janosch Moldau hat sich in den letzten Monaten einen großen Namen gemacht, war er doch mit DE/VISION, Project Pitchfork und auch im Alleingang ausgiebig auf Tour. Ebenso konnte er kürzlich bei der CONVENTION OF THE UNIVERSE im Berliner Postbahnhof zusammen mit Nitzer Ebb & DE/VISION seine Begabung unter Beweis stellen. Auch im Ulmer Zelt zeigte er sich Anfang Juni zusammen mit Thomas D und Gary Moore auf der Bühne. Trotz allem Tourstress scheute er sich nicht davor, seinen Fans und auch denen, die es noch werden wollen, ein neues Album zu offenbaren. Gemeint ist die Remix-CD namens „Clear . One with the sinner . Remixed“, welche heute am 19. Juni das Licht der Welt erblickt.
Janosch Moldau ist meiner Meinung nach ein Mann für’s Große Ohr. Stimmsicher und mit multiinstrumentalem Talent präsentierte er sich uns bereits auf seinen beiden Fulltime Alben „Redeemer“ und „Motel Songs“.
Bekannter Weise legt Janosch bei seinen Remixen oft selbst Hand und Ohr an. Vier der Remixe stammen jedoch vom Franzosen Peter Rainman von People Theatre.
Auf die Hörerschaft warten somit insgesamt neun Mixe von bereits bekannten Songs auf. So sind „Clear“, „One with the sinner“, „Sweatest Heart“ und „On and On“ in verschiedensten Versionen vertreten und zeigen Janoschs Kunst auf vielseitige Art und Weise.
Der Titel „Clear“ kommt einem gleich vier Mal zu Gemüte. Als sehr ruhig und etwas für’s Herz rauschen „Clear. Another Radio Mix“, „Clear ICOC Collapse Mix“ und „Clear (Radio Edit)“ ins Ohr. Zu vernehmen sind Klänge aus dem Synthesizer und aus der E-Gitarre. Janoschs Gesang klingt teilweise sehr elegisch, ohne jedoch an Ausdruck zu verlieren. Martin L. Gore’s „Counterfeit“ ist wohl einer der Einflüsse Janosch’s, sind Ähnlichkeiten in der Klangstruktur nicht zu leugnen, was allerdings nichts Schlechtes bedeuten soll! Das Hauptaugenmerk liegt bei diesen drei Songs eindeutig auf den Soundfrickeleien, die bis ins kleinste Detail ausgetüfftelt worden sind. Poppiger, technoider und eine Note elektrischer wird „Clear“ im People Theatre’s Bright Mix. Dieser Song kann sehr gut im Club funktionieren und sorgt für Abwechslung.
„One with the sinner“ ist drei Mal auf dem Silberling vertreten. Dieser Track besticht besonders durch Janosch’s stimmgewandte Ausdruckstärke. Der Franzose Peter Rainman packte „One with the sinner“ in ein Gewand aus Analog-Sythesizer-Klängen, Sreichersamples und wunderschönen Melodiebögen. „One with the sinner (Almost Bare)“ ist wie der Titel schon verrät ein „fast nacktes“ Stück. Zu vernehmen ist ein Duett aus Akustikgitarre und Janosch’s Stimme. Hinzu eine klitzekleine Prise Melodie aus dem Synthesizer und fertig ist ein sehr einfaches, aber feines und einvernehmendes Liedchen, welches genau das richtige ist, um nach einem stressigen Tag runter zu kommen. „One with the sinner (Radio Edit)“ kommt wieder etwas rhythmischer daher und weist wieder einiges an Soundfrickeleien auf.
Wieder etwas temporärer und durchaus betanzbar gestalten sich die beiden Remixe Peter Rainman’s zu „Sweatest Heart“ und „On and on“. Auch hier dürfen die DJ’s getrost ein Ohr riskieren, sind diese Tracks aufgrund von Rhythmus und Melodie mit Sicherheit im Club sehr gut aufgehoben.
Alles in Allem findet man auf „Clear . One with the sinner . Remixed“ viel Stoff für mancherlei Gemütslage. Ob zum Entspannen, zum Betanzen oder einfach nur zum Berieseln lassen, hier kann sich ein breites Publikum angesprochen fühlen. Für Fans ein Muss und für die „noch nicht Fans“ ein guter Start in die Ära Janosch Moldau. „Clear . One with the sinner . Remixed“ ist ein rundes Album, welches es versteht, uns die Zeit bis zum nächsten Longplayer zu versüßen.
Miss Achtung

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