Das hessische Geschwistertrio meldet sich nach dem Debütalbum „Auferstehung aus Ruinen“ nun zwei Jahre später mit „Operation Observation“ zurück. Stiltechnisch ist das Trio eindeutig auf die Electroschiene mit noise-lastigen Soundschleifen zu packen.
Mittels Intro leiten uns Sascha (production, keyboards, vocals, lyrics, management), Stephan (vocals, keyboards, lyrics) und Thomas (keyboards, vocals) in die noch bevorstehenden 13 Tracks ein, unter welchen sich auch ein Outro befindet.
Auf dem Album befindet sich eine gesunde Mischung aus englischen und deutschen Songs, welche es größtenteils ruhig und slow angehen jedoch zielen auch ein paar Songs auf die Tanzflächen ab.
Textlich spricht man auf die Missstände der Nation an. So werden zum Beispiel Politiker, das Zusammentun zweier Staaten und Amoklauf (dazu später mehr) besungen und somit ist der Albumtitel „Operation Observation“ meines Erachtens sehr passend gewählt.
Gesanglich wechseln sich Sascha und Stephan ab, was für mehr Abwechslung sorgt.
Die ruhigeren Songs gehen aufgrund Stephans gesanglicher Besonderheiten direkt unter die Haut und kurbeln das Gedächtnis mächtig zum Nachdenken an. Besonders zu betonen seien an dieser Stelle Track Numero 4 „Steh auf“, Numero 12 „Alleine“ und Track Numero 7 „Observation“. Bei letzterem tat Anne Goldacker (Ex-Obxsc(y)re) auch wieder ihr feines Stimmchen hinzu.
Alles passt gut zusammen und ist lohnenswert auch mehrmals gehört zu werden.
Die unbeschwerten rasanteren Titel („Fehler im System“, „Isolated Lost Area Remix“, „Different“ dürften sich besonders in den Ohren der DJs unter uns hörenswert erweisen und gerade der bereits bekannte Track „Fehler im System“ entpuppt sich als Tanzflächenkracher schlechthin.
Doch leider gibt es auch ein paar Songs, mit welchen ich mich nicht so recht anfreunden kann. Aufgrund zu langer Spieldauer oder zu vielen Wiederholungen wirken Tracks wie „Isolated“ oder auch „Self-Adulation“ auf die Dauer etwas langwierig. Meiner Meinung nach kommen Saschas englische Vocals nicht zu gut rüber. Am Klangvolumen und der Aussagestärke der Stimme ist nichts auszusetzen, eher im Gegenteil, aber die Aussprache klingt mir noch zu sehr nach Schulenglisch, was das Ganze etwas zu steif klingen lässt.
Etwas sarkastisch finde ich auch den Song „Im Visier“, bei welchem es sich um einen Amokläufer handelt. Zwar ist es eine gute Möglichkeit seine Gedanken zu solchen Themen in Songs zu verarbeiten, aber dazu sind meines Erachtens die Wunden und die Taten noch zu frisch. Sätze wie „zu viel Blut spritzte an die Wand“ oder auch „der Todesengel hat euch im Visier“ finde ich in Anbetracht der Tatsache, dass eben der letzte Amoklauf noch nicht allzu lang her ist, nicht gut gewählt. Und die auf Teufel komm raus zusammengesetzten Reime ziehen den Song vom Sinn her eher ins Geistlose, als dass er zum Nachdenken anregen sollte.
Im Gegensatz zu den oben nicht gefallenden Songs, erweisen sich die melodischen Instrumentalstücke wie „Intro (eyes open)“, „Outro (eyes closed)“ und „Vergeltung“ als sehr gut arrangiert und beweisen einmal mehr, das Abwechslung und Geschick bei den Brüdern im Vordergrund stehen.
Auch einen Pluspunkt gibt es auf Verpackung, Artwork und Cover.
FAZIT: Wenn man beim nächsten Mal noch ein wenig an der Songlänge feilt, etwas mehr eigenständig ans Werk geht (es klingt einfach noch zu sehr ausstauchbar) und Sascha noch ein wenig an seinem Englisch arbeitet, wird das nächste Album Pflichtprogramm.
Miss Achtung
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