Rezension: THE ETERNAL AFFLICT -SAN DIEGO 2K9

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Posted by Black-Bruno on 21. February 2009 - 18:01 in Rezensionen, The Eternal Afflict
Von den “San Diego 2k9” - Versionen gefällt mir am besten der “JESUS ON EXTASY REMIX”, weil er am druckvollsten ist. Stampfende House-NRG-Schläge werden von einer wild-west-psyechedelischen Gitarre aufgemöbelt. CYAN’s Stimme ist technisch industriell/mechanisch verzerrt worden, Stakkato-Orgel-Akkorde wabern in Hall und Nebel. Tanzbare Extase. “Jung bin ich geboren worden in eine fürchterlich alte Welt.”- stimmt wahrscheinlich, denn in Flair und Atmosphäre erinnert mich der Song ganz stark an den 90er Jahre Smash, der da hiess “KLF - a-ha-a, a-ha-a”. Tempo ist hier allerdings schneller.

In nichts nachstehen der “PROJECT PITCHFORK REMIX” - geht mehr in Richtung EBM und Electro, hat aber die gleiche Geschwindigkeit oder der “PATENBRIGADE REMIX”.  Leider versucht CYAN hier - wie in den meisten Stücken auch - zu singen. Und das kann er nicht. Solange er sich dranhält, seine Botschaften zu schreien / zu screamen, ist es aber zu ertragen und bettet sich in den tanzbaren guten Gesamteindruck ein.  Die dramaturgische Steigerung im Remix fordert den Zuhörer nahezu auf, den Refrain prollig mit zu grölen. Das wird ein Hit werden!

Am schlimmsten wird’s mit dem Gesang im Cover des eigentlich schönen “Paint It Black”. Er versucht in einer tiefen Stimmlage, die er nicht erreicht. Es wirkt peinlich, hört sich unausgegoren und besonders in diesem Song fällt mir auf, dass er eigentlich gar nicht in englischer Sprache singen sollte oder zumindest das nexte Mal ein paar Euro in Phonetik- Unterrichtsstunden zu investieren. Eine der schlimmsten Stones-Cover-Versionen, die bisher in den letzten 40 Jahren über mich ergehen lassen musste. Aber dafür sorgt der Sänger zumindest ungewollt für einen unterhaltsam Diskussionscharakter in meiner Bekanntschaft. Nur Roland aus Aschaffenburg darf ich diese Version nicht vorspielen. Der zieht sonst los und verbrennt alle CDs mit dieser Version.

In “Nirvana” versucht sich dann die Sängerin operettenhaft über einige stehende Synthie- Akkorde. “Der Preis ist zu hoch, um mich zu kaufen.” - da kann kein Preis niedrig genug sein, um Dich zu kaufen, Mädchen. Netter Versuch, aber Gothic meets Opera sorgt in dieser Umsetzung nur für ein kaltes Grausen. “Meine Augen sehen das wunderbare” trällert sie - “Meine Ohren hören das schreckliche” - denke ich spontan. Mag sein, dass diese nicht gut umgesetzte Koloratur von Fans der Gruppe, die mit Klassik nichts am Hut haben und daher auch mal das Gefühl, etwas außerordentliches geboten zu bekommen, honoriert wird. “Ich hab mich erhängt - und lebe noch.” singt sie am Ende, tja - da hat das Stimmbänder-Training dann doch etwas geholfen. Weitermachen. Kann nur besser werden.

Zur Versöhnung für die beiden stimmlichen Quälereien gibt es einen der besten Tracks auf der CD: “Dreams Take Blind Souls” kann einen gut synkopierten stampfenden Beet aufweisen. Der feminine Gesang dominiert hier und wechselt mit den Vocals von CYAN. Der Song ist chillig-atmosphärisch-mystisch-geheimnisvoll und verursacht das “Den muss ich mir gleich noch mal anhören - geiler Song” Feeling. Phätte Synthie-Drums und Bässe kennzeichnen den gut tanzbaren Electro-Funk-Groove.

Release: 30. Januar 2008 ; Label: Afflictgt:Me Records

Websites: www.myspace.com/theeternalafflict   

FAZIT: Das Album ist nicht schlecht geworden, aber zusammengefasst muss ich sagen, dass ich leicht enttäuscht bin. Erstens kenne ich TEA von ihren besseren Produktionen aus den 90ern und aus einer Zusammenarbeit mit QNTAL hätte ich mir auch mehr erwartet, aber vielleicht hat es ja DEN magischen Moment nicht gegeben, den man sich erhofft hat. Was auch nur wiederum zeigt, dass auch Musiker heutzutage trotz aller Technik keine Maschinen sind. Macht sie auch wieder sympathisch.

TITELVERZEICHNIS:

1. Radio Edit
2. Qntal Remix
3. Patenbrigade Remix
4. Jesus On Extasy Remix
5. Project Pitchfork Remix
6. AGONY, I LIKE
7. The Tragical
8. PAINT IT BLACK
9. NIRVANA
10. DREAMS TAKE BLIND SOULS
11. SEVENTH CULTURE

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