Während man noch die treibenden Beats des letzten Albums "Loudspeaker" im Ohr hat, so wird man von der neuen EP "Silent World" mehr oder weniger überrascht, beim ersten Hören entpuppen sich die neuen Tracks als perfekt arrangierte Stücke, die eben nicht in gewohnter Weise auf den Konsumenten einwirken.
Das fast schon atmosphärische "I Walk Slow" nimmt den Hörer mit, entführt ihn in die seichte Myersche Elektro-Welt und bereitet ihn auf das fast schon epische Nachfolgestück "Silent World" vor. Jenes setzt, wie von Daniel gewohnt, neue Maßstäbe in Sachen technisches Arrangement, Melancholie und absoluter Tanzbarkeit. Der perfekte Soundtrack, um durch den Regen zu wandeln und die Welt zu vergessen. Genaueres Hinhören lohnt umso mehr bei "Leaving Ground", herrlich durchkomponiert, herrlich verzerrte Line und sehr eingängiger Refrain - in meinen Ohren hat dieser Song Hitpotential.
"Silent World" beschert dem Käufer nicht nur drei frische Tracks, sondern entführt durch "Lucretia My Reflection" in die Welt von Sisters Of Mercy. Besser kann ein solcher Klassiker im Jahre 2010 wohl nicht umgesetzt werden! Mit dem Remix von "Bird Of Prey" zeigt Myer, was noch an Potential in ihm und seinen Liedern steckt.
Clubtaugliches und bandtypisches Bonus-Material liefern [:SITD:] und Assemblage 23 mit ihren Remixen von "Silent World" bzw. "Leaving Ground". Ein echtes Schmankerl hingegen ist die unheimlich gefühlvolle Live-Version von "Let Me Leave", welches schon beim normalen Hören Gänsehaut beschert. Daniel, was soll das erst beim nächsten Konzert werden?
Fazit: Eine EP in Alben-Länge, absolut empfehlenswert.
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