Project Pitchfork - "Feel!" - ein Jahrhundert-Track?

Bild von Ungoth Project
Posted by Ungoth Project on 7. February 2009 - 20:38 in Eigener Blog

Project Pitchfork haben eine tolle PR-Abteilung - und treue Fans. Anders ist der "Erfolg" der neuen Single "FEEL!" aus ihrem kommenden Album „Dream, Tiresias!“ noch vor dem Erscheinen nicht zu erklären. Wäre dieser Track das Erstlingswerk einer Newcomerband, würde man sagen: Ganz nett, aus denen kann vielleicht noch mal was werden.
Da es sich aber um DIE hochgelobten Project Pitchfork handelt, muss die Nummer ja ganz fantastisch sein. Was die da abliefern, ist mir Feel! zu wenig. Die Prerelease sehe ich denn auch als marketingstrategische Flucht nach vorne an. Project Pitchfork haben sich im Vergleich zu den letzten Jahren damit vielleicht verbessert, sie haben ja länger nichts umwerfendes abgeliefert, doch die Fans scheinen ausgehungert zu sein.

Beim ersten Hören der Originalversion dachte ich, jetzt brauch ich zwei Tassen Kaffee, damit ich "Feel!" nochmal bis zum Ende durchhören kann. Dann habe ich mir die Project Pitchfork -Homepage angesehen, um dort nachlesen zu können, wie toll die neue Scheibe ist. Diese peinliche Selbstbeweihräucherung wäre wohl nicht nötig, wenn da wirklich ein musikalischer Durchbruch erreicht worden wäre. Eigentlich sollte da stehen: "PP sind wieder wach geworden, haben sich selbst beklaut und sind fast wieder so gut wie früher - kann uns bitte jemand noch einen erträglichen Remix machen?"
Nach dem dritten Hören kann ich mich immer noch nicht an den Refrain erinnern, das war bei "Steelrose" und "Timekiller" anders. Da kommt "Feel!" einfach nicht ran.
Wenn man diese langweilige und zu lang geratene Nummer ohne einzuschlafen bis zum Ende durchhält, wird man mit ein paar akzeptablen Synthie-Harmonien belohnt, aber eigentlich sind die Zeiten, wo eine gute Idee pro Lied Hits in der schwarzen Szene garantierte, vorbei.

Dabei fängt es eigentlich nicht schlecht an: Das Schlagzeug(?) wummert eindeutig in der Manier eines alten Meisters des Glamrock der 70er (der inzwischen weltweit in Ungnade gefallen ist und deshalb hier namentlich nicht erwähnt wird), doch dann bleibt bei allem anderen der nötige Schwung weg: Gesang eintönig und zu gewollt rauh, keine packenden Melodien, keine Abwechslung. Wie man Glamrock und Gothicsounds geschickt kombiniert, haben Goldfrapp mit "Strict Machine" vorgemacht, VNV Nation haben mit "Chrome" die Messlatte für eine Mischung aus Rock und Elektro ebenfalls sehr hoch gehängt.

Bei "Timekiller" gibt es ja auch das Phänomen, das die Originalversion unglaublich öde und lustlos klingt, und nur der And-One-Remix die Tanzflächen füllt. Insofern ist die Bezeichnung "Elektro-Götter" für Project Pitchfork gar nicht so unpassend, denn die meisten Götter brauchen ja Propheten, die ihre Botschaft den Gläubigen verständlich machen.

Bin ich zu gemein? Nööö, ich bin eben enttäuscht und ehrlich. Und ich kenne zuviele bessere Tracks, auch von Project Pitchfork ...

Kommentar hinzufügen

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Allowed HTML tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen

Mollom CAPTCHA (Audio-CAPTCHA abspielen)
Geben Sie die Zeichen ein, die in den oben gezeigten Bild zusehen sind. Wenn die Zeichen unlesbar sind, senden Sie das Formular ab und ein neues Bild wird generiert.