Es ist schon lange her. 12 Jahre um genau zu sein. Meine ersten Kontakte zur Darkwave-Musik hatte ich bereits. Wie bereits erwähnt, hörte ich die Musik bei Freunden. Da mir die Musik sehr gefallen hatte, war es ein leichtes für den ersten Besuch in einem Gothic Club überredet zu werden ;-)
Als Frau steht man dann erstmal vor der Frage: Was soll ich bloß anziehen. Damals wusste ich natürlich, dass es schwarz sein sollte. Vor 12 Jahren war es noch nicht so wie heute. Es gab keine Versandhäuser wie aderlass, xtra ... Man musste entweder kreativ sein oder Klamotten kaufen, die einfach "nur" schwarz waren. Für letzeres habe ich mich seinerzeit entschieden.
An einem Samstag war es dann soweit. Ich wurde gegen 23 Uhr abgeholt. Nicht vom Leichenwagen, sondern von meinen schwarzen Freunden. Und ab ging's in den Club. Für 5 DM Eintritt gab es einen großen Raum voll mit schwarz gekleideten Gothics. Mal ehrlich, hätte ich zu diesem Zeitpunkt nicht schon viel über die Szene gewusst, wäre es mir doch etwas unbehaglich gewesen. Menschen die aussehen wie Untote, Vampire oder von einem anderem dunklen Stern. Für mich war es auf jeden Fall eine tolle Erfahrung zu sehen, dass äußeres Erscheinungsbild und der dahinterstehende Charakter völlig unterschiedlich sein können. Die Leute waren sowas von nett, aufgeschlossen und friedlich. Ich finde, genau das ist bis heute so geblieben. Eine kreative und friedvolle Szene, die ich so liebe.

Oh ja!
Und Silke Bischof - die CD "Silke Bischof" war meine erste Gothic-CD, hat mich entjungfert sozusagen....
Die gute alte Zeit
Hallo Nargothrond,
genau diese Bands waren damals angesagt: Silke Bischoff, Das Ich, Project Pitchfork, Lacrimosa.
Wenn Du im Voice warst, bist Du sicherlich auch am Samstag hin und wieder auf "Schwabach-Tour" gegangen: Voice, McDonalds, Trend, Voice. Richtig? Im Trend wurde JEDEN Samstag alles Lüge von Lacrimosa, "Souls" von Project Pitchfork und "On The Other Side" von Silke Bischoff gespielt. Diese drei Lieder haben wir uns oft im Trend gegeben. Das Trend in Schwabach gibt es aber auch schon lange nicht mehr.
Ich leg jetzt mal Silke Bischoff rein ;-)
"Do you remember slow-motion-times with little golden stars?...."
Schwabach Voice
Hallo Nargothrond,
ja an das Voice erinnere ich mich auch noch! Erinnerst Du noch das "furchteinflösende" Schild am Eingang: "Einlass unter Vorbehalt"?
Mir gings damals mit dem Industrial genau wie dir. Damit konnte ich auch nichts anfangen. Und auch das mulmige Gefühl beim Betreten des Clubs hatte ich im Bauch. Naja ich war noch sehr jung und wusste kaum was über die Szene. Ich wusste nur, dass mir die Musik gefällt. Zu diesem Zeitpunkt stand Project Pitchfork bei mir ganz oben (Souls, Conjure,...).
Voice
Salve, Schwarzmeister!
Jepp, an das Schild kann ich mich noch entsinnen, auch an den Grabstein, der beim Erklimmen der Treppe rechterhand stand. Sind viele kleine bruchstückhafte Erinnerungen, die sich zu einem größeren Bild zusammenfügen: Das komplett versiffte WC, die ebenfalls reichlich heruntergekommenen aber trotzdem extrem gemütlichen Sitzflächen links und rechts an den Wänden, auf denen ich mehr als einmal trotz (oder vielleicht auch wegen) lauter, monotoner Industrialmusik friedlich weggeschlummert bin. Dann der Kicker hinter dem Vorhang mit dem U18 Notausgang und natürlich last but not least die metallische Tanzfläche, die entweder so stumpf war, dass man gar nicht vom Fleck kam oder aber so glatt, dass es mehrmals am Abend den fliegenden Schwarzkittel zu bewundern gab.
Musikalisch war ich damals glaube ich in der Region Das Ich, Silke Bischoff, Welle Erdball und Qntal zu Hause ... was sich aber Dank der Auflegetechnik von DJ Marco dann ratzfatz erweitert hat. Habe damals eigentlich selten ohne einen neuen Ohrwurm im Gehörgang die Heimreise angetreten...
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An den ersten Gothic-Club ...
... in dem man sich richtig heimisch fühlt hat man oft erstaunlich gute Erinnerungen. Insofern Danke für die Schilderung, bei manchem Detail hat sich doch glatt ein Schmunzeln des Wiedererkennens auf meine Züge geschlichen.
Bei mir war es vor *grübel* elf Jahren das Voice in Schwabach, in dem ich erstmals mit der schwarzen Club-Szene in Kontakt kam. Man gibt es ja immer nicht wirklich gerne zu, aber als ich dass allererste mal durch die schwere Tür des Voice und den dahinterliegenden, düsteren Gang gegangen bin, hinein in den Nebel und die wummernde Musik war das durchaus ein etwas mulmiges Gefühl.
Speziell mit Industrial hatte ich die ersten Male meine Schwierigkeiten. Mit der Zeit habe ich daran durchaus gewissen Gefallen gefunden, aber so ganz zu Beginn waren diese fiesen Sounds die wie frisch aus einem gerade aus dem Takt gekommenen Maschinenwerk klangen doch etwas gewöhnungsbedürftig.
Weitere Clubs und Locations kamen und gingen und mit dem Koma gibt es jetzt ja durchaus einen würdigen Nachfolger ... aber das Voice als erster Club wird auch in Zukunft einen besonderen Platz in der Erinnerung einnehmen.
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We are the music-makers,
and we are the dreamers of dreams,
wandering by lone sea-breakers,
and sitting by desolate streams ...
[ODE / Arthur O'Shaughnessy]
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