Lucy: Hallo Andreas, es freut uns sehr, dass wir Dich heute ein wenig ausquetschen dürfen. Zunächst einmal wäre es jedoch ganz liebreizend von Dir, wenn Du Dich den Lesern erst einmal vorstellen könntest …
Andreas: Ich heisse Andreas Davids, bin 35 Jahre alt und meine Hobbys sind Reiten, Schwimmen, Lesen… QUATSCH… ;-))
Ich bin Andreas Davids und bin auch der Typ, der hinter xotox steckt. Ich bin 35 Jahre alt und mache seit 1998 unter dem Namen xotox Musik.
Lucy: Pünktlich zu Deinem 10jährigem Bestehen erschien am 14. März 2008 Dein neues Album “in den zehn morgen”. Wie ist die Scheibe angekommen? Bist Du zufrieden und sind Deine Erwartungen in Erfüllung gegangen?
Andreas: Es kommt ja auch immer darauf an, welche Erwartungen man an sich selber stellt. In erster Linie geht es mir um die Musik. Natürlich möchte man ja auch, dass das Album gut ankommt und erfolgreich wird… aber zunächst einmal geht es mir rein um die Musik. Bei „In den zehn Morgen“ sind aber die Erwartungen, die ich im Nachhinein gestellt habe mehr als übertroffen worden. Ich bin sehr zufrieden und freue mich wirklich sehr, dass das Album so gut ankommt. An dieser Stelle noch mal vielen lieben Dank an alle, die dies möglich gemacht haben.
Lucy: Wie ist Deine bisherige Tournee verlaufen, erzähl uns einmal ein bisschen!
Andreas: Die bisherigen Konzerte waren wirklich sehr gut. Das Publikum kennt schon viele der neuen Songs und dementsprechend ist die Stimmung dann auch bei den Konzerten. Es gab natürlich Highlights, zum Beispiel das Konzert in Warschau war unglaublich… die Stimmung war so was von genial. Das WGT war wieder mal phänomenal und letzte Woche das Konzert beim Kinetik-Festival in Montreal (Kanada) war umwerfend… ich hätte niemals damit gerechnet, dass meine Musik in Kanada so bekannt ist, dass das Publikum sogar mit“singen“ kann.. das war einfach der Wahnsinn.
Lucy: Was steckt eigentlich hinter dem Titel Deines neuen Albums “in den zehn morgen”?
Andreas: „In den zehn Morgen” bezieht sich sowohl auf die räumliche Bedeutung des Wortes “Morgen” (als Flächenangabe) als auch auf die zeitliche. Der ganze Titel spiegelt den räumlichen und zeitlichen Verfall unserer Umgebung wider… es fängt mit der kleinsten angedachten Form, dem eigenen Körper, an und zieht sich bis hin zur größten, der Erde bzw. der uns bekannten Welt. Das Album beschäftigt sich sowohl mit dem natürlichen, als auch mit dem von uns selber herbeigeführten Verfall… wieder angefangen bei der kleinsten gedachten Form… bis hin zur größten.
Lucy: Wie kommst Du auf Titel wie „verlust“, „keine ruhe vor dem sturm“ oder „das haus an der thune“? Verarbeitest Du eher Persönliches oder Allgemeines in Deinen Songs?
Andreas: „In den zehn Morgen“ ist mein (bis jetzt) persönlichstes Album und mit Titeln wie „Verlust“ oder „Das Haus an der Thune“ verarbeite ich tatsächlich sehr persönliche Gedanken – ich bin froh, dass ich als Musiker die Möglichkeit dazu habe meine persönlichen Gefühle und Gedanken auf diese Art und Weise ausdrücken zu können.
Lucy: Wie lange hast Du an der Scheibe gearbeitet? Was ist neu? Was ist geblieben, wenn Du das neue Album einmal mit Deinen letzten Alben vergleichst?
Andraes: Es sind ja seit dem letzten regulärem Album „[PSI]“ knapp 3 Jahre vergangen bis „In den zehn Morgen“ erschienen ist. In diesen Jahren habe ich immer wieder an neuem Material gearbeitet. Na ja… ich würde sagen, dass die Herangehensweise an die Musik an sich diesmal eine andere war… rein produktionstechnisch hat sich nicht so viel geändert…. irgendwie entstanden die Songs auf „in den zehn morgen“ intensiver…
Lucy: “eisenkiller” war der Clubkracher des Winters 2003/2004 und “lichtlos” das Album, welches neue Maßstäbe setzte. Es war Dir damit gelungen als erster „Industrieller“ in den DAC den ersten Platz zu erobern und das gleich mehrere Wochen hintereinander. Wie hast Du Dich dabei gefühlt?
Andreas: Zunächst einmal war ich irgendwie überrumpelt ;-) als ich das dann aber realisiert hatte, habe ich mich natürlich großartig gefühlt. Die DAC spiegeln ja den Clubeinsatz wider und das Wissen, dass die eigene Musik im Club so intensiv gespielt wird, dass Platz 1 in den Charts dabei herauskommt ist schon eine gewisse Ehre.
Lucy: Was hat sich für Dich und Deine Musik verändert, seit dem ProNoize als Partner an Deiner Seite steht?
Andreas: Für die Musik hat sich nichts geändert – ich mache immer noch die Musik, die ich machen möchte… mir redet niemand rein. Mein Label leistet hervorragende Arbeit und kümmert sich halt um alles, was neben der Musik so anfällt… Labelarbeit halt.
Lucy: Es steht für dieses Jahr ja noch einiges an LiveActs auf dem Plan. Auf welches Konzert/welche Stadt freust Du Dich am meisten? Und was erwartest Du allgemein von Deiner Tour?
Andreas: Ich erwarte von den noch anstehenden Konzerten, dass sie sowohl mir, als auch dem Publikum Spaß machen und ich meine Musik entsprechend präsentieren und rüberbringen kann. Ich freue mich auf jedes einzelne Konzert – live zu spielen ist immer etwas Besonderes…
Lucy: Wie war Dein Konzert auf dem WGT? Hast Du Dir auch selbst Bands angeschaut und wenn ja, welche?
Andreas: Der Auftritt war phänomenal und wirklich beeindruckend für uns. Dieser Blick von der Bühne herunter, in das bis zur letzten Reihe gefüllte Werk 2, … einfach einmalig!
Leider hatten wir nicht die Möglichkeit großartig andere Bands zu sehen. Wir haben Northern Light und ein wenig von Nachtmahr gesehen. Am Montagabend habe ich in der Moritzbastei aufgelegt und somit war ich den ganzen Abend dort eingespannt.
Lucy: Welche sind Deine Top 5 CDs?
Andreas: 01. Empusae – The hatred of trees
02. Klangstabil – Taking nothing seriously
03. Sonar – Alien Overdrive
04. Hecq – Night falls
05. Xabec – Transformed
Lucy: Was sind Deine Ziele und Wünsche für die Zukunft?
Andreas: Ich möchte einfach weiterhin Musik machen und… eigentlich kann es erstmal so bleiben wie es jetzt ist ;-)
Lucy: Vielen Dank für das nette Interview und nun richten wir die letzten Worte an Dich…
Andreas: Ich danke für das Interview und möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die mich in den letzten Jahren unterstützt haben…
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