Konzertbericht: "Deine Lakaien und die Neue Philharmonie Frankfurt in Bamberg" in Text und Bild

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Posted by keltica on 1. October 2007 - 10:24 in Bericht
Am Samstag, den 29.09.07 kamen wir um kurz nach 19:00 Uhr in freudiger Erwartung an der Bamberger Arena an. Die lange Warteschlange an der Kasse verwirrte uns etwas, so viele Leute konnten an der Abendkasse gar keine Karten mehr bekommen... Aber weit gefehlt: die Besucher, die an dem einzigen geöffneten Kartenhäuschen anstanden, waren keine Kurzentschlossenen, sondern unverständlich wirkende, teilweise etwas verärgerte Karteninhaber. Die Karten, die ja für das ursprüngliche Konzert am Dechsendorfer Weiher in Erlangen galten, mussten in "Arena-Karten" umgetauscht werden. So standen die Lakaien-Fans teilweise bis zu 30 Minuten, um dann endlich mit ihrer neuen Karte die Tore passieren zu können.

Deine Lakaien BambergJe näher der Konzertbeginn um 20:00 rückte, desto länger wurde die Warteschlage – die Besucher gingen ja davon aus, dass sie einfach nur ihre Platze aufsuchen mussten. Es wurde aber versichert, dass das Konzert nicht eher beginnen würde, als dass alle Karten umgetauscht waren.

Mit der Warterei nicht genug, gab es auch auf den Tribünen ab und an noch Probleme: Sitzplätze wurden teilweise doppelt vergeben, was erneut zu Unmut bei den Fans führte.

Kurz nach 20:00 Uhr füllte sich der Saal und die Tribüne so langsam mit doch recht unterschiedlich gekleideten Lakaien-Fans: etwa die Hälfte trugen Gothic-Klamotten, während die andere Hälfte sich eher in klassisch-festliche Kleidung geworfen hatte oder sich aber sogar ganz leger in Freizeitklamotten auf die Plätze begaben (das war zum Glück die Minderheit).

Deine Lakaien BambergUm 20:15 konnte man von der Tribüne aus beobachten, wie sich das Orchester neben der Bühne für ihren Auftritt vorbereitete – es konnte nun nicht mehr allzu lange dauern. Um ca 20:20 war es endlich so weit: die Künstler betraten die Bühne und gaben in blauem Licht gehüllt den ersten Song zum Besten: "Lonely". Von Anfang an entstand eine unglaublich intensive Stimmung, eine Spannung mit Gänsehautgefahr.

Während den instrumentalen Teilen seiner Lieder, drehte Alexander dem Publikum oftmals den Rücken zu, um das Orchester zu würdigen und würdigen zu lassen. Eine tolle Geste, die der einmaligen Stimmung – durch eine perfekt inszenierte Lightshow unterstützt - noch mehr Nachdruch verlieh.

Deine Lakaien BambergNach "Slowely Comes My Night" wurde der Bogen von heute zum Anfang des Deine Lakaien-Daseins geschlagen: "Follow Me" aus dem 1993'er Album "Forest Enter Exit" ließ dem Ensemble tobenden Applaus ernten, ebenso beim nächsten Song aus der gleichen Periode: "Madiel". Bei "Into My Arms" durchfluteten die Scheinwerfer die Wände der Arena. Gefolgt von "The Mirror Men" wurde einfach alles gegeben: das Orchester ließ dem Publikum den Inhalt des Liedes fühlen, erzeugte Spannung aufs Äußerste. Als Ernst Horn schließlich den Dirigierstab fallen ließ, zum Flügel eilte und auf dessen Saiten "schlug", saß wohl auch der letzte im Publikum mit beieindruckter Miene auf seinem Platz. Der anschließende Applaus kam einem Toben gleich und wurde von den Künstler natürlich freudig angenommen.

Deine Lakaien BambergAuch "Generators" aus dem Album "White Lies" und "Away", bei dem die Bühne in melancholisch rotem Licht getaucht war, hinterließen wieder gewaltige musikalische und visuelle Eindrücke. Donnernden Applaus bekam die Band auch für die perfekte Darbietung von "Over and Done" und "Dark Star". Nach einem Scheinwerfergewitter und nicht enden wollendem Applaus wurde das Publikum in die Pause entlassen.

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Nach der Pause erschien die Bühne ungewohnt leer: das Orchester war verschwunden, stattdessen standen die "technischen Geräte" im Vordergrund, die das erste Lied im klassischen Lakaien-Sound ertönen ließ: "Colour-ize" aus dem Debut-Album von 1986. Auch hier stand Alexander mit ernstem Gesicht auf der Bühne und wandte sich immer wieder vom Publikum ab. Es folgte "Nobody's Wounded". Bei "Mindmachine" füllte sich die Bühne wieder etwas mit den beiden Sängerinnen, Chellisten und Bassisten.

Deine Lakaien BambergDanach kam das Orchester zurück: "Wir begrüßen zum zweiten Mal die Neue Philharmonie Franfurt". Die Orchester- und PC-Sounds bei "Brainfic" erzeugten eine beinahe heroische Stimmung. Was zu lachen gab es bei Alexanders folgender kleinen Trinkpause. Nach einem leises, aber leider hörbaren "Bäuerchen" lachte zuerst das Orchester, bald darauf auch das Publikum. Sein einziger Kommentar in "ernster" Miene" war "Schön, dass ihr hier seid", was das Gelächter noch etwas verstärkte :-)

Deine Lakaien BambergAuf "Vivre" – das Lied mit dem selbstgeschriebenem französischem Text – folgte "Return". Hier beeindruckte der virtuose Erst Horn, als er mit der einen Hand am Flügel spiele und mit gleichzeitig mit der anderen Hand dirigierte! Der gesamten Darbietung des Songs wurde - wie schon oft - mit tobendem Applaus gewürdigt. "Reeincarnation" – das "eigentlich letzte Lied des Konzertes" – wurde von Alexanders teuflischem Lachen bei "torture will not end" und wilden Lichtspielen in der gesamten Arena beendet.

Langer Applaus mit Standing Ovations, angeheizt vom Orchester, brachten Alexander und Ernst schließlich für die erste Zugabe zurück auf die Bühne. Nach einem "Dankeschön an alle, die hier waren, die hier sind" gab er "Wunderbar" zum Besten: mit Wunderkerzen im Orchester, einzelnen Feuerzeugen im Publikum und langsam fließenden Lichtpunkten an der Decke der Arena entstand ein wirklich wunderbarer Eindruck. Nach einer nachhalltigen Performance von "Overpaid" – der zweiten Zugabe – kehrten die Künstler nach unendlichen Zugabe-Schreien noch einmal zurück auf die Bühne. "Nach dem leicht ironischen Abgang kommt jetzt ein melanchonischer Fortgang". Gemeint war "Where You Are", der Song, der wie viele zuvor wieder mit Begeisterung vom Publikum gewürdigt wurde. Nach seinem "Wir sind, wo ihr seid, weil wir euch lieben – für immer und ewig.... AMEN" folgte nun die vierte und letzte Zugabe: "Love Me To The End", die zum lezten Mal die intensive Stimmung im Saal aufbaute. So intensiv, dass manchen Besucherinnen sogar Tränen in den Augen standen. Bei manch Männern hatte dieses Lied allerdings auch einschläfernde Wirkung... Schämt euch!

Deine Lakaien BambergDer Applaus und die Begeisteurng, selbstverständlich mit Standing Ovations, war unbeschreiblich. Alle Orchestermitglieder wurden einzeln "beklatscht". So nahm auch das letzte Konzert der "20 Years Of Electronic Avantgarde " -Reihe sein Ende, aber Alexander Veljanov versprach: "Danke an alle, die sich für uns den Arsch aufreißen! Wir machen weiter, wenn ihr wollt!". Und wollen tun wir alle doch oder?

Mehr Bilder des Konzertes könnt ihr in unsere Galerie betrachten!

 



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Comments

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Dark Angel on 2. October 2007 - 21:06
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Also ich muss mich beschweren....

Das Konzert war an sich echt supi - das beste dass ich von Alex und Ernst je mal gesehen habe...

Aber dass ich vor der Halle eine halbe Stunde warten musste um meine Karten umtauschen zu lassen (man muss sagen - ich hatte nicht so viel an ;-) und habe ganz schön gefroren) - fand ich schon echt total nervig!
Und als ich dann zu meinem Platz komme, sitzt da schon jemand - der seine Karte aber völlig rechtmäßig für die Jako Arene gekauft hat. Mein umgeschriebenen Karten wurde auf Plätze ungeschrieben, die leider bereits verkauft waren.....
Und was sagt das Personal? Ach, setzen sie sich doch einfach irgendwo hin.....
Aber "Irgendwo" kam dann auch nach 10 Minuten und hatte die Plätze auf denen wir saßen!
Somit war es ein ganz schöner Kampf um die Sitzplätze....

Aber ich glaube, die Rache für die Veranstalter kommt....
Denn der, der die Plätze gekauft hat, auf die meine Plätze von Dechsendorf umgeschrieben wurden - hat für seine Karte 40 Euro bezahlt.
Ich für meine Karte 30 Euro - und der war ganz schön sauer, als er das bemerkt hat ;-)
Das hat ganz schön für Unmut gesorgt......

Gothica on 2. October 2007 - 19:01
Bild von Gothica

Deine Lakaien

Ich war auch in Bamberg auf dem Konzert. Die Organisation war wirklich nicht die beste, ich war auch davon betroffen wegen der Eintrittskarten. Aber das Konzert hat das alles ausgeglichen. ich muß schon sagen, Alexander Veljanov hat eine Stimme, da kann man Gänsehaut davon bekommen (im positiven Sinne natürlich!). Einfach SUPER! Überhaupt, mir hat das Konzert sehr gut gefallen. Ihr habt Superfotos gemacht, Kompliment!

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