Interview A SPELL INSIDE

Rubrik: Interview

Fünf Jahre nach ihrem letzten Studio-Album melden sich A SPELL INSIDE nun endlich wieder mit einem Longplayer zurück. Mit „Loginside“ erschien am 29.05. das Album, was ursprünglich schon für Sommer 2008 angekündigt war, aufgrund eines Computer-Crashes kurz vor Fertigstellung aber verschoben werden musste. Um die Zeit zu überbrücken, wurde kurzerhand das Best of Album „Essential“ dazwischen geschoben und die Band hat die Zeit genutzt und hat noch einmal viele Stunden in „Loginside“ gesteckt...

A SPELL INSIDEWas es mit dem Computercrash sowie dem Einschub der Best of aufsich hat und was die Melrode und Pe Kirk sonst noch so bewegt, werfahrt in im folgenden Interview.... Viel Spaß!

Lucy: Hallo! Es freut uns sehr, dass wir uns heute hier auf dem WGT zusammengefunden haben. Danke, dass ihr uns nun ein paar Fragen beantworten werdet. Wie geht’s denn so?

Michael: Musikalisch geht’s uns bestens. Immerhin ist kürzlich (am 29. Mai) unser neues Album LOGINSIDE erschienen. Endlich. Nachdem wir um gut ein Jahr verschieben mussten. Die Details erspar ich uns jetzt, die dürften hinlänglich bekannt sein ... und dass wir zum 20jährigen Band-Jubiläum das erste Mal auf dem WGT spielen durften, ist natürlich auch eine feine Sache. Was die persönliche Lage angeht, da sind wir ein bisschen angeplättet. Nach drei Tagen WGT wahrscheinlich normal. Kann aber auch am fortgeschrittenen Alter liegen. Nächstes Mal möchten wir doch dringend einen Auftritt am Freitag ...

Lucy: Wie war denn euer Auftritt auf dem WGT?

Michael: Es hat wirklich super viel Spaß gemacht. Die Leute waren richtig gut drauf, der Sound hat gestimmt. Und wenn man dann noch in so einer schönen Location spielen darf, dann hat sich das Warten auf unser WGT-Debut wirklich gelohnt. Wir waren natürlich auch sehr gespannt, wie die neuen Songs ankommen – und ich muss sagen, dass die Resonanz sehr positiv war.

Lucy: Ihr habt in diesem Jahr bereits euer 20-Jähriges Jubiläum. Wird das intern gefeiert?

Michael: Das war uns zuerst gar nicht so bewusst, dass 2009 dieses ominöse Jahr ist. Als wir es dann erfahren haben, haben wir natürlich gleich die Flasche Kellergeister aufgemacht, die ich für besondere Momente im Keller stehen hatte. Aber im Ernst: ob jetzt 10, 20 oder 50 Jahre – der schönste Grund zum Feiern ist immer noch eine neue CD. Und die halten wir ja jetzt mit LOGINSIDE in Händen. Insofern sind schon einige WGT-Biere geflossen – und dass, wo wir dieses Wochenende eigentlich nichts trinken wollten ...

Lucy: Ihr kennt euch schon aus Schulzeiten. Wie kam es von der Schule zur Musik?

Michael: Das war so in der 11. Klasse. Irgendwie hatten Peter und ich voneinander gehört, dass wir beide einen nagelneuen Synthesizer zu Hause stehen hatten. So richtig gut kannten wir uns noch nicht, da wir nicht in derselben Klasse waren. Aber das hat sich dann geändert. Und so haben wir uns erst mal ganz zwanglos zu ein bisschen Elektro-Jammen getroffen. Die ersten Sessions waren echt furchtbar ... ja, und mit der Zeit haben wir dann gemerkt, dass da einiges an Potential in uns schlummert. Der Rest ist Geschichte.

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Lucy: Hättet ihr damals gedacht, dass es euch 20 Jahre später auch noch geben wird?

Michael: Ganz bestimmt nicht. 20 Jahre sind eine verdammt lange Zeit, wenn Du 16 bist. Da bist Du froh, wenn Du es in drei Jahren bis zum Abi schaffst. Rückblickend betrachtet, ging es eigentlich ziemlich schnell. Kinder, wie die Zeit vergeht ...

Lucy: Und wer zeichnet sich innerhalb A SPELL INSIDE wofür verantwortlich?

Michael: Grob aufgeteilt, ist Peter der Mann für Sounds und Samples. Ich bin verantwortlich für das Songwriting, die Arrangements und das Organisatorische. Live werden wir noch von Marcel an den Keyboards unterstützt. Er macht auch ganz hinreißende Backing-Vocals.

Lucy: Anfangs ward ihr mit einem Gitarristen am Start. Nach seinem Ausstieg wurde bis dato die Gitarre als Instrument nicht ersetzt. Könntet ihr euch euren Sound einmal wieder mit Gitarre vorstellen?

Michael: Witzigerweise ist die Gitarre nie völlig aus unseren Songs verschwunden. Seit dem Ausstieg bzw. Rauswurf unseres Gitarristen 1997 haben wir immer wieder mit Gitarren-Samples gearbeitet. Wir drehen sie nur oft so stark durch den Wolf, dass man sie nicht zwingend als solche erkennt. Der Sound ist immer sehr organisch und das tut unserer Musik einfach gut. Auch auf LOGINSIDE sind wieder verstärkt Gitarren-Riffs am Start. Dieses Mal kann man sie sogar als Gitarre erkennen, zum Beispiel bei „Reveal“ oder „Not enough“. Ich könnte mir schon vorstellen, dass wir in Zukunft mal einen echten Gitarristen ins Studio holen. Der Virtuelle ist mir ein bisschen zu schweigsam.

Lucy: In den 20 Jahren habt ihr auch so einige Labelwechsel hinter euch und trauriger Weise auch immer ein bisschen Pech gehabt. Seit 2004 seid ihr nun bei der Dark Dimensions Labelgroup untergekommen. Was hat sich seitdem für euch geändert?

Michael: Eine gewisse Konstanz, die Einzug gehalten hat. Immerhin haben wir in den fünf Jahren, die wir mittlerweile dort sind schon drei Alben veröffentlicht. Das ist bandinterner Rekord. Und mit Frank, unserem Label-Boss, haben wir jemanden, dem wir bedingungslos vertrauen. Man weiß natürlich nie, wie es weitergeht. Aber grundsätzlich fühlen wir uns bei Dark Dimensions sehr wohl und wir hoffen mal, dass wir dort auch unsere nächsten Geburtstage feiern können.

Lucy: Eure musikalischen Einflüsse lassen sich logischer Weise auf die 80er Jahre zurück datieren. Dieser Sound fließt für meine Ohren ordentlich in eure Musik ein, hinzu kommt eine gehörige Portion Elektro und natürlich dein wunderschöner Gesang Michael. Welche Bands bezeichnet ihr selbst als eure Vorbilder?

Michael: So richtige Vorbilder, denen man nacheifert oder die man versucht zu kopieren, haben wir nicht. Wir haben immer schon versucht, unser eigenes Ding zu machen. Trotzdem gibt es natürlich Einflüsse, die den musikalischen Werdegang geprägt haben. Der größte auf meiner Seite kommt mit Sicherheit von Depeche Mode. Ich weiß noch, als wäre es gestern gewesen, wie ich mir 1981 die „People are people“ Single in der Diskobox in Neuss für 4,50 DM gekauft habe. Seitdem war ich DM-infiziert. Bis heute. Wobei ich das neue Album nicht wirklich überzeugend finde. Leider. Vom Songwriting eher mäßig. Und der Druck fehlt auch. Peter kommt mehr aus der klassischen Dark Wave Ecke und hat früher so Sachen wie „Red Lorry yellow lorry“, „The Cure“ oder auch „Sisters of Mercy“ gehört. Da haben wir uns dann ausgetauscht und sozusagen das Beste aus beiden Welten zusammen geworfen.

Lucy: Nun erschien ja am 29. Mai euer vierter Longplayer, welcher den Namen „Loginside“ trägt. Ein sehr schönes Wortspiel übrigens und an dieser Stelle mein Kompliment an euch! Es ist wieder einmal ein geniales Album geworden, welches die letzten Tage immer und immer wieder den Weg in meine Gehörmuscheln fand. Meiner Meinung nach, seid ihr noch einen Schritt elektronischer geworden, ohne jedoch zu sehr eurem Stil, den Emotionen und der Innigkeit zu entweichen. Welche Unterschiede könnt ihr uns selbst zu den bisherigen Veröffentlichungen nennen?

Michael: Ich glaube, wir sind technisch einen großen Schritt weiter gekommen. Wir haben unser Studio komplett modernisiert, arbeiten mit der aktuellsten Software, haben daneben aber auch äußere Einflüsse zugelassen. So haben wir zum Beispiel das erste Mal mit einem externen Produzenten gearbeitet, Hellwings aus Berlin, die auch Einfluss auf die Arrangements genommen haben. Für uns war das eine interessante Erfahrung, weil die Berliner Jungs mehr im Elektro-Club-Bereich zu Hause sind und ganz anders an die Sache herangegangen sind. Wir haben dann in Berlin über Wochen vorproduziert und das Ganze dann in unserem „Inside-Studio“ zusammen gefahren. Wobei es leider auch Songs gab, die wir nicht verwenden konnten, weil sie einfach den Schritt zu weit gegangen sind. Vielleicht werden wir sie irgendwann mal als Bonus-Tracks veröffentlichen. Neben diesen ganzen produktionsbedingten Dingen sind wir aber auch musikalisch gereift. So breit wie auf LOGINSIDE waren wir auf einem Album noch nie aufgestellt. Und ich würde sagen, wir haben dieses Mal noch kompromissloser gearbeitet.

Lucy: „Loginside“ sollte ja bereits im Sommer letzten Jahres erscheinen. Doch aufgrund, ich nenne es „höherer Gewalt“ in Form eines Computer-Crashes, waren alle Dateien auf einmal weg. Wie war das damals für euch und wie seht ihr dieses Unglück heute?

Michael: Im Nachhinein sollte es wohl so sein. Denn zum einen durften sich unsere Fans dadurch über „Essential“ freuen, die wir ja spontan als „Ersatz“ veröffentlicht haben. Zum anderen haben wir die Zeit bis zum neuen Release genutzt und haben uns noch einmal ganz kritisch mit dem Material auseinander gesetzt. Mit dem Ergebnis, dass wir hier und da doch noch einmal einiges geändert haben. „Keener“ wäre zum Beispiel so nie erschienen. Eigentlich wäre die „Essential“ Version auch die Album Version gewesen, aber wir hatten das Gefühl, da geht noch mehr. Und mit „Waiting“ und „Here to stay“ haben noch zwei ganz neue Songs ihren Weg auf LOGINSIDE gefunden, die 2008 nicht vorgesehen waren. Insofern hatte der Computer-Crash auch seine guten Seiten.

Lucy: Wie ging das dann damals von statten, habt ihr noch einmal ganz von vorne begonnen, die Songs zu schreiben, sie einzusingen und abzumischen?

Michael: Zum Glück waren nicht alle Daten zerstört, sondern nur die letzten Steps. Zeitlich betrachtet vielleicht zwei bis drei Wochen. Doch das war genau die Zeit, die uns zum Halten des VÖs gefehlt hatte. Den Termin hätten wir also definitiv nicht halten können. Nach Rücksprache mit unserem Label wurde die LOGINSIDE also kurzerhand abgeblasen, und wir haben uns auf die ESSENENTIAL geeinigt, die sonst erst 2009 vorgesehen war. Die beiden Remixe darauf haben wir noch auf die Schnelle fertig gestellt. Ja, und „Keener“ und „I will“ hatten wir glücklicherweise schon einmal abgezogen, so dass wir die als Überbleibsel des Datengaus beisteuern konnten.

Lucy: Nun ist „Loginside“ endlich da: Darauf befinden sich 12 Titel. Es ergibt sich eine gute Mischung aus Tracks, die sich sehr gut im Club eignen werden (zum Beispiel: „Reveal“, „Reality“ oder „Someone (is waiting)“ und aus Songs, die einfach nur unter die Haut gehen wie „Your eyes“, „Secrets“, „Waiting“ oder „Chase“. Was bedeutet „Loginside“ für euch und was wollt ihr mit dem neuen Album zum Ausdruck bringen?

Michael: LOGINSIDE ist ein sehr persönliches Album geworden. Der Weg dorthin war ein sehr steiniger – das vergisst man nicht. Aber auch die Texte handeln von Erfahrungen und Gedanken, die uns während dieser Zeit beschäftigt haben. Bei uns ist das ja immer eine sehr ausgewogene Mischung aus gesellschaftskritischen Inhalten und den typischen Herz-Schmerz-Geschichten. Aber das sind halt die Dinge, die einen durchs Leben begleiten, die einen beschäftigen. So ein Song ist dann immer eine wunderbare Möglichkeit, sich Dinge von der Seele zu schreiben. Rückblickend gibt das auch schöne Einblicke in seinen Werdegang. Andere schreiben Tagebücher, wir komponieren welche.

Lucy: Noch eine Frage bezüglich des Datenverlustes, das lässt mich eben einfach nicht los ... Wie sichert ihr euch heute ab, um solch einer „Gefahr“ nicht noch einmal aufzulaufen?

Michael: Das ist jetzt natürlich alles doppelt und dreifach abgesichert ... nein, im Ernst, so richtig gelernt haben wir nicht. Am Anfang haben wir noch regelmäßig gebackuped, aber mit der Zeit wurden wir da wieder etwas schlampig. Wir vertrauen unserem MAC. Hätten wir PCs, sähe die Sache natürlich anders aus ...

Lucy: „Keener“ und „I will“ waren, wie du schön erwähnt hattest, bereits auf dem Best of Album „Essential“ zu hören. Konnten diese beiden Songs damals gerettet werden oder waren es die ersten beiden, die ihr wieder neu eingespielt hattet?

Michael: Wie gesagt: Die hatten wir glücklicherweise schon ausgespielt. Aber „Keener“ wird es in dieser Version auch wirklich nur auf der ESSENTIAL geben. Auf LOGINSIDE klingt der Song ja völlig anders.

Lucy: Mit „Stärke 10“ ist auch wieder ein deutscher Track zu hören. Wie ich feststellen konnte, nimmt die Bedeutung deutscher Songs im Ausland immer mehr zu. Wird es zukünftig mehr deutsche Songs geben?

Michael: Wir hatten echt kurz überlegt, das ganze Album in Deutsch zu machen. Aber nachdem ich mir bei „Stärke 10“ einen abgebrochen habe, um einen guten Text zu schreiben, sind wir doch wieder auf das gute alte Englisch zurückgekommen. Deutsche Texte zu schreiben, die nicht nach Schlager-Mucke klingen, ist verdammt schwer. Wenn LOGINSIDE floppt, kann ich da ja immer noch umsatteln. Ist eh der lohnendere Markt, weil die Ü50er dieser Welt nicht wissen wie man illegal Musik aus dem Netz zieht.

Lucy: Da wir gerade von Texten sprechen. Wie kommst du auf die Texte? Sind sie aus dem eigenen Umfeld / Leben gegriffen oder handelt es sich eher um Fiktionen?

Michael: Texten ist bei uns Sänger- und Songwriter-Sache. Das war immer schon so, und Peter redet mir da nicht rein. Wobei er, glaube ich oft, eh nicht versteht, über was ich da gerade singe. Was interessant ist ... ich finde meine Texte oft zu deutlich und denke mir beim Hören: oh, das ist jetzt aber echter Seelen-Striptease. Aber ich bin da natürlich befangen und weiß, wofür die Bilder und Metaphern stehen.

Lucy: Auf der Platte sind eine Menge Zusatztöne und Soundfrickeleien zu hören. Das finde ich äußerst interessant und abwechslungsreich und lässt von Mal zu Mal immer wieder etwas Neues entdecken. Werden solche Feinheiten von Anfang an mit eingesetzt oder kommen diese erst ganz zum Schluss drauf?

Michael: Das entsteht meistens im Prozess. Wobei in diesem Fall auch viele Ideen aus Berlin kamen. Kim und Jens von HELLWINGS sind da echte Soundtüftler. Was die da an Knarzern und Pfeifern reingezaubert haben, ist echt der Hammer. Da mussten wir dieses Mal gar nicht mehr so viel machen. Aber Peter kann da seine Finger auch nicht still halten und muss immer noch hier und da ein bisschen garnieren. Ein bisschen Mehr darf’s ja bekanntlich immer sein.

Lucy: Wie sieht es im Allgemeinen mit dem Songentstehungskonzept bei euch aus?

Michael: Das passiert bei uns im bandeigenen Studio. Meistens beginnt das mit irgendwelchen Hook-Lines oder mit Sounds, die uns inspirieren. Und dann baut sich darum langsam der Song auf. Wobei die Gesangslinie relativ früh dazu kommt, meist noch vor dem eigentlichen Beat. Ich brauch da aber immer irgendeinen Bezug, zumindest die Melodie oder die Basslinie muss stehen. Ich hab zum Beispiel noch nie einen Song geschrieben, bei dem als erstes der Gesang da war. Da brauche ich immer ein bisschen musikalische Inspiration. Aber von der Arbeitsweise gehen wir schon sehr klassisch daran, heißt, wir arrangieren den eigentlichem Song um den Gesang herum.

Lucy: Was macht ihr neben A SPELL INSIDE noch so?

Michael: Das wollt ihr nicht wirklich wissen, nur soviel: wir können von der Musik nicht leben und haben ganz normale Jobs, die oft genug viel unserer Zeit in Anspruch nehmen. Auf der anderen Seite sind wir dadurch finanziell unabhängig und können musikalisch das machen, was wir wollen. Ich glaube schon, dass man etwas verkrampfter ist, wenn man von der Musik jeden Monat seine Rechnungen zahlen muss. Da hätten wir bestimmt auch schon mehr Releases draußen oder noch ein paar Side-Projekte ... oder eben doch Volksmusik.

Lucy: Abschließend habe ich noch drei Fragen die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft betreffend...

Michael: Jetzt bin ich ja mal gespannt ...

Lucy: Vergangenheit: Wenn ihr die Zeit noch einmal zurück schrauben könntet, was hättet ihr anders gemacht?

Michael: Bis 2004 so einiges. Ich geh mal zur ersten CD: „Return to grey“ kam 1995 bei „Discordia“ raus. Würde ich wieder so machen, weil’s damals ein geiles Label war mit Apoptygma, Wumpscut, VNV Nation, Second Decay und und und. Auch 1996 würde ich die „Visions from the Inside“ dort wieder releasen und auch unsere 97er Maxi „Brothers“, wobei die in den Konkurs-Irrungen und -Wirrungen zum größten Teil verschütt gegangen ist. Als Discordia dann Pleite war, haben wir leider den Absprung nicht geschafft und das war der eigentliche Fehler. Bis zur „Hit“ 2002 haben wir uns immer wieder beschwatzen lassen – wahrscheinlich waren wir auch etwas zu bequem – und haben immer wieder bei den selben Leuten auf anders betitelten Labels veröffentlicht. Gebracht hat es uns nie was. Keine Ahnung in welches osteuropäische Land die CDs damals alle gegangen sind, in Deutschland wurden wir jedenfalls kaum wahrgenommen. Das hat Zeit, Energie und Motivation gekostet ... und uns teilweise auch bei den Journalisten/Magazinen verbrannt, weil unser damaliger Label-Boss einige Rechnungen dort offen hatte ...

Lucy: Gegenwart: Wie ist es für euch, das Album „Loginside“ nun endlich als physisches Produkt in den Händen zu halten?

Michael: Oh, das ist natürlich ein absolut cooles Gefühl. Diese erste gepresste CD in Händen zu halten, das Celluphan aufzureißen (dauert meistens etwas – wieso kann man sich eigentlich nicht auf ein Aufreißbändchen einigen?), um dann den Silberling zum ersten Mal in den Player zu legen – Wahnsinn. Man hofft dann immer, dass die Tracklist auch stimmt und auch sonst bei der Pressung alles glatt gelaufen ist. Und wenn dann alles stimmt, dann weiß man, dass sich die Stunden, Tage, Wochen gelohnt haben. Und wenn dann auch noch die Rezis und das Feedback der Fans gut sind, ist man schon ganz heiß darauf, das nächste Album zu produzieren.

Lucy: Zukunft: Wird man euch in nächster Zeit auch auf Konzerten sehen können?

Michael: Wir versuchen gerade, noch ein paar Gigs für Herbst/Winter 2009 klar zu machen. Also, immer schön die Augen offen halten. Und wer uns buchen möchte, kann gerne unter booking @ aspellinside . com auf uns zu kommen. Besser so schnell wie möglich, denn wer weiß schon, ob wir es noch mal 20 Jahre aushalten.

Lucy: Vielen Dank für das nette Interview! Wir wünschen euch ganz viel Erfolg, und vor allem den Erfolg, den ihr schon seit Jahren verdient, mit eurem neuen Album! Auf dass sich der Name A SPELL INSIDE in die Köpfe der Schwarzkittel einbrennt und sich dort niemals mehr ausloggt! Ein paar letzte Worte?

Michael: Unsere Internet-Seite bräuchte dringend mal einen neuen Anstrich. Wer da Lust und Interesse hat, kann sich gerne bei uns melden: webmaster @ aspellinside . de Und sonst: www.myspace.com/aspellinside