Interview mit Solemn Novena

Rubrik: Interview

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Hallo ihr drei, schön, dass wir heute ein bisschen mit euch plaudern können. Bitte stellt euch doch zunächst unseren Lesern einmal vor.

Solemn Novena: Hallo, wir sind Solemn Novena und wir schreiben Lieder über unerwiderte Liebe, in denen du deine Sorgen und ungewollten Kinder ertränken kannst…

Wie würdet ihr selbst eure Musik beschreiben?

Stuart: Die Musik ist ganz allgemein gitarrenorientierter Gothicrock, vermischt mit Elementen anderer Stile, wie z. B. Indie oder Shoe-Gaze, die man wahrscheinlich auf dem Album besser heraushört als auf der EP.

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Und wie hat im Jahre 2006 alles begonnen?

Stuart: Marc und unser Ex-Sänger haben etwas zusammen rumgeklimpert und beschlossen dann, eine richtige Band zu gründen. Ich hatte vorher mit Marc in einer anderen Band gearbeitet, die hatte es aber nie so richtig zu Etwas gebracht. Eines Abends trafen wir uns zufällig und er fragte mich, ob ich Lust hätte, mit ihm was zu machen. Louise war eine gute Freundin, die ich gleich in dieser Nacht vorschlug. Marc fragte sie, sie nahm an... der Rest ist Geschichte.

War es immer euer Traum, Musiker zu werden?

Stuart: Ich persönlich war schon immer an Musik interessiert. Ich wurde mit dem Hören von Musik groß, und in meiner Familie spielten alle mehr oder weniger gut Instrumente. Ich habe mit Keyboards und Klavier angefangen, als ich etwa 11 Jahre alt war und ich gründete meine erste Popband mit 12. Wir haben aber eigentlich nicht mehr gemacht, als rumzuhängen – d.h. die zählt nicht wirklich. Ich schätze einmal, dass ich erst richtig begonnen habe, als ich mit Gitarre anfing, also so mit 15 oder 16 Jahren. Seither spiele ich in Bands, die von Grindcore bis Gothic reichen.

Von Ruhm und Erfolg träumen viele, doch nur wenige schaffen es, sich von der Masse abzusetzen und auf Dauer erfolgreich zu sein. Wie sieht das bei euch aus? Bekommt ihr Arbeiten und Musik zusammen hin? Würde es sich lohnen, den normalen Job hinzuwerfen und sich voll in die Musik zu stürzen?

Stuart: Nun, ich habe einen normalen Job und ich denke nicht, dass ich den so bald hinschmeißen kann. Es gibt genügend Bands in den Charts, die Majorverträge haben, und die trotzdem ihre normalen Jobs behalten müssen. Lasse es mich einmal so formulieren: In der Musik, die wir machen, sind wir noch meilenweit davon entfernt, von Solemn Novena leben zu können. Wenn ich das behaupte, dann meine ich auch damit, dass, falls wir mit Solemn Novena berühmt werden wollten, wir dann viel kommerziellere Musik machen müssten. Aber es ist einfach so, dass wir die Musik aus Leidenschaft heraus schreiben und nicht für Geld oder Ruhm.

Mit „Kiss The Girls“ erscheint nun eurer Debütalbum. Welche Themen greift ihr auf dem Album auf?

Louise: Die Leitmotive sind Verlust, Lust und unerwiderte Liebe. Selbst wenn ich das gar nicht möchte, schleichen sich diese Themen immer wieder ein. Diese Gefühle fühle ich durch die vergangenen und derzeitigen Erlebnisse stärker als alle anderen.

Kann man „Kiss The Girls“ als Konzeptalbum bezeichnen oder stehen die einzelnen Tracks nicht in einem zusammenhängenden Kontext?

Louise: Nein, Kiss The Girls ist kein Konzeptalbum. Wenn du aber vor kurzem eine Trennung durchlebt hast, oder das Mädchen, dass du liebst, nicht an dir interessiert ist, wirst du etwas Trost in diesen Liedern finden.

Lasst uns doch einmal genauer auf einzelne Stücke des Albums eingehen. Erzählt uns doch bitte einfach ein bisschen zum jeweiligen Song. Juliette: Louise: Dieses Stück wurde sehr schnell zu unserem gemeinsamen Liebling, weshalb er auch der Opener für das Album wurde. Er erzählt die Geschichte eines One-Night-Stands mit einem schönen Mädchen namens Juliette. Ihr bedeutete es gar nichts, aber für mich bedeutete es einfach alles, wie die Refrain-Worte sicher verraten.

Ruined: Louise: Ruined entwickelte sich eigentlich als Teil eines neunminütigen Epos namens „Rock’n Roll Vampire High School“. Aber wir erkannten sehr bald unseren Fehler (der Alkohol ist schuld!) und entschieden uns, es aufzuteilen und die besten Teile daraus zu nutzen, um diesen Song zu schreiben. Es handelt davon, wie man jemanden so sehr haben möchte, dass es im Innersten schon weh tut.

Kiss The Girls: Louise: Das ist für mich der persönlichste Song auf dem Album. Ich gehe deswegen lieber nicht in Details, was es genau bedeutet. Es sollte ausreichen zu sagen, dass das einfach der Titeltrack sein musste. Für mich ist er der Kern des Albums.

Tell Me All Your Secrets: Louise: Der Song, der schon sehr nah am Pop-Songtext ist. Wir haben es geliebt, diesen Song zu entwickeln, weil er uns sehr an unsere Lieblings-Songs von Summery erinnert hat. Er handelt von einer Frau, die so sehr beliebt ist, aber sie selbst liebt niemanden und fühlt einfach nichts. Ich schätze mal, dass das ein sehr trauriger Song ist, wenn man ihn das erste Mal hört. Aber der Refrain ist aus der Perspektive einer Person, die ihr das erste Mal wahre Freundschaft, Liebe und Trost bietet.

Siren: Louise: Das ist der erste Song, den ich in meinem Leben geschrieben habe. Das Thema Sirenen stammt von meiner Liebe zu Märchen und Mythologie, vor allem Homer’s Odyssee, in der Sirenen als wunderschöne Kreaturen beschrieben werden, die Seeleute in ihren Untergang locken. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass der Song davon handelt, die Kraft der Verführung zu benutzen, um das Objekt meiner Begierde zu erlangen.

Wie lange haben die Arbeiten allgemein am Album gedauert?

Louise: Wir haben direkt angefangen das Album zu schreiben, nachdem wir mit der EP fertig waren. Und Fairytale war einer der ersten Songs. Seither waren wir die ganze Zeit am Komponieren und haben die Songs, die nicht ganz die Hürde zum Album geschafft haben, wieder verworfen, bis wir 10 fette Stücke für das Album im Kasten hatten. Es hat schon relativ lang gedauert, aber wir sind nun sehr zufrieden mit dem, was die Leute jetzt zu hören bekommen.

Stuart: Wir waren immer wieder im Studio zu Gange und dann eine zeitlang nicht – immer im Wechsel. Das war unseren Arbeitsverpflichtungen des täglichen Lebens geschuldet, meistens aber immer nur mal ein oder zwei Abende pro Woche. Die Aufnahmen gestalteten sich eigentlich recht unproblematisch und zügig, sodass wir uns dieses Mal mehr mit Post-Production beschäftigen konnten.

Welche Musik hört ihr privat zu Hause? Und welche der Bands haben euch in eurem Stil beeinflusst?

Louise: Wir haben alle einen vollkommen unterschiedlichen Musikgeschmack, aber die Haupteinflüsse für uns alle sind so gleich, dass wir ehrliche Musik zusammen machen können. Wir müssen nichts erzwingen, weil wir lieben, was wir schreiben. Ich liebe Frauen wie Tori Amos, Björk oder Kate Bush, aber meine Lieblingsbands sind Tool, Smashing Pumpkins oder The Hellacopters, obwohl ich von jenen Inspirationen in vollkommen unterschiedlicher Art ziehe. Ich möchte mich nicht limitieren, indem ich nur Musik eines Genre anhöre.

Stuart: Ja, das habe ich bereits oft gesagt, wir sind definitiv keine Band, die 24 Stunden am Tag Goth-Musik anhört. Wie Louise schon gesagt hat, wir wollen uns nicht einschränken lassen. Ich würde sagen, dass meine Lieblingsbands Lush, My Bloody Valentine, Redd Kross sind, und momentan auch Veruca Salt.

Eigentlich solltet ihr auf dem diesjährigen Wave Gotik Treffen spielen. Warum habt ihr den Gig abgesagt?

Stuart: Wir waren sehr unglücklich darüber, aber es waren rein persönliche Gründe.

Werdet ihr „Kiss The Girls“ dennoch live präsentieren?

Stuart: Zu gegebener Zeit werden wir planen, live aufzutreten und das Album zu promoten, aber derzeit müssen wir erstmal damit anfangen, das alles zu planen. Die nächsten Monate werden sicher eher der Studioarbeit und den Aufnahmen dienen. Ich denke, dass wir uns in dieser Umgebung eh mehr zu Hause fühlen.

Vielen Dank für eure Zeit und das Beantworten unserer Fragen. Nun überlassen wir euch am besten die abschließenden Worte. Vielleicht wollt ihr noch etwas loswerden?

Stuart: Wir hoffen sehr, dass euch allen das Album gefällt und wir uns hoffentlich bald auf einem Gig wiedersehen!

Solemn Novena @ www:
www.solemnnovena.com

Solemn Novena @ MySpace:
www.myspace.com/solemnnovena

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