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Wir interviewten den Spanier Sathorys Elenorth, ein Musikgenie ohne Grenzen. Wer ihn nicht von Lugburz oder Endless Asylum kennt, kennt ihn bestimmt von Der Blaue Reiter oder Narsillon. Sathorys Elenorth hat in den letzten Wochen gleich zwei Alben heraus gebracht. Zum einen über den Namen Endless Asylum und zum anderen über Lugburz. Über beide Alben wollen wir nun für euch bescheid wissen....
Zuerst möchte ich über Lugburz und das Soloalbum “From Forgotten Land” sprechen. Natürlich habe ich Tolkien gelesen wie auch die Filme gesehen. Es ist heroische Fantasy und so würde ich nach erster Überlegung eher bombastische Klänge erwarten. Das Album gibt sich aber eher leise und entspannt. Welche primären Aspekte der Geschichte haben dich dazu inspiriert?
Sathorys Elenorth: Die Essenz des Albums umfasst verschiedene Aspekte der Geschichte. In Mittelerde war ja nicht alles nur Krieg und Zerstörung, es gab auch viele Momente von Frieden und Harmonie. Aus diesem Grund haben wir versucht, eine breitere musikalische Vision von Tolkien Schöpfung heraufzubeschwören, irgendwo zwischen Licht und Finsternis.
Du bist ja ziemlich schwer beschäftigt mit musikalischen Aktivitäten, mehrere Projekte mit Lady Nott, Live Support für Arcana und zwei Solo Projekte. Lässt dir das noch Zeit für andere Aktivitäten, wie zum Beispiel Universität oder anderes?
Sathorys Elenorth: Die Musik absorbiert die meiste Zeit. Dummerweise muss ich auch noch jeden Tag arbeiten, aber das alles lässt mir immer noch ein wenig Zeit, um Sport zu treiben und Kunstgeschichte an der Universität zu studieren. Neben allen diesen Aktivitäten arbeite ich auch noch als freier Fotograf unter dem Künstlernamen „Distant Art Creations“, eine Beschäftigung, von der ich gerne leben würde diese Tage.
Wenn ich „From Forgotten Lands“ mit anderen so genannten neo-klassischen Alben vergleiche, dann höre ich eine wesentlich höhere musikalische Dichte und einen sicheren Umgang mit Harmonien, Melodien und Instrumentation. Wo hast du diese Fähigkeiten erworben? Denn das ist deutlich mehr, als man mal so schnell Zuhause am PC zusammenbasteln kann.
Sathorys Elenorth: Ich habe mit Sieben angefangen, Musik am Konservatorium zu studieren (eine Art höhere Musikschule) bis ich 20 Jahre alt war. Während meiner gesamten Kindheit habe ich mich mit Musiktheorie und Klavier beschäftigt. Das gab mir viele Gelegenheiten, verschiedene Dinge einfach zu probieren und musikalische Inspirationen umzusetzen, die mir in den Kopf kamen.
Wenn wir über Sauron nachdenken, so ist es vielleicht das Finsterste und Hoffnungsloseste, was man sich vorstellen kann. Trotzdem würde ich das Album nicht als sonderlich finster bezeichnen, im Gegensatz zu dem Album von Endless Asylum (welches übrigens fantastisch ist). Gibts es eine bestimmte Message die du transportieren möchtest?
Sathorys Elenorth: Wenn der Wille unterdrückt ist und es keine Freiheit mehr gibt, dann erschafft das ein tiefes Gefühl der Trauer und das ist die Dunkelheit, die ich versuche mit Lugburz auszudrücken. Dies ist sehr unterschiedlich zu der Dunkelheit im eigenen Ich, daher ist Endless Asylum von einem weit dunklerem Konzept getrieben, und ich glaube, das kannst du bei den verschiedenen Songs des Albums auch hören.
Wie viele akustische Instrumente spielst du eigentlich?
Sathorys Elenorth: Abhängig von der Situation spiele ich verschiedene Instrumente. Bei Auftritten, die mehr auf Akustisches fokussieren. Bei z.B. Lugburz, Narsilion, Edram spiele ich üblicherweise Gitarre, Keyboards, Melodika, Bodram und andere Percussion. Als ein interessantes Detail würde ich gerne noch erzählen, dass ich für Endless Asylum meine eigenen Instrumente aus Industrie-Materialien gemacht habe, aus Ventilationsrohren, Ölfässern, verschiedenen Metallteilen und so weiter. Dies hat dem Projekt einen sehr persönlichen Klang gegeben.
Welche Band würdest du gerne als Lugburz auf der Bühne sehen?
Sathorys Elenorth: Momentan ist es für mich sehr schwer, Lugburz Live in einem Konzert zu sehen, da ich viel zu beschäftigt bin. Sollte es aber eines Tages so weit sein, dann wird das sicher etwas ganz Besonderes, mit einer großen Dosis Requisiten und einem großen Kino ähnlichem Konzept. Ich habe da schon viele Ideen.
Im Gegensatz zu Lugburz ist Endless Asylum sehr viel finsterer, geht tief in die Abgründe der menschlichen Seele, jedoch nicht auf der Sonnenseite. Was war deine Motivation dahinter?
Sathorys Elenorth: Ich habe schon immer geglaubt, dass das übelste der Menschheit im Geiste liegt, wenn es ein kranker Geist ist. Stell dir vor, in welchem Maße jemand degenerieren kann. Dazu kommt die Erkenntnis, dass das meiste über die Seele immer noch im Verborgenen liegt, unverstanden ist. Dies alles hat mir genügend Impulse gegeben, ein solches Projekt zu erschaffen. Nebenbei bemerkt, ich interessiere mich sehr für klinische Psychologie.
In einigen der Stücke finden sich lange Text Samples, wie gehst du da vor, findest du zuerst das Sample oder schreibst du zuerst die Musik und suchst dann ein passendes Sample ?
Sathorys Elenorth: Für das Album Konzept habe ich zuerst viele Informationen recherchiert. Einige Audio Samples haben mich dabei inspiriert. Im Nachhinein habe ich sie dann genutzt, um Songs zu schreiben.
Warum gerade Danvers State ?
Sathorys Elenorth: Nachdem ich den Film Session 9 (ein amerikanischer psychologischer Horrorstreifen aus dem Jahre 2001 von Brad Anderson) gesehen habe, hat mich die Psychiatrie darin inspiriert und der beeindruckende Ort hat mich förmlich absorbiert. Ich mag auch insbesondere verlassene Orte und Gebäude und hier sind psychiatrische Kliniken sicherlich die faszinierendsten.
Endless Asylum umfasst so ziemlich alles, was man in Institutionen wie Danvers State und anderen Plätzen als Patient erleben kann, dennoch gibt es einen Track mit dem Namen „Beyond Mental Illness“ der eine weit positivere Atmosphäre verbreitet, da stellt sich mir die Frage, ob dieser Song etwas besondere aussagen soll ?
Sathorys Elenorth: Sogar im tiefsten Wahnsinn ist immer ein Funken Licht, auch wenn wir diesen vielleicht niemals verstehen oder sehen können.
Woher kommt die Inspiration für dieses spezielle Thema?
Sathorys Elenorth: Die Fälle der klinischen Psychologie und der unerforschte menschliche Geist haben mich schon immer interessiert und wie ich schon sagte, selbst im tiefsten Wahn ist doch immer wieder ein kleiner Funke von Klarheit.
Das Album ist ziemlich komplex. Wie lange hat es gedauert, alles in Form zu bringen?
Sathorys Elenorth: Die Wahrheit ist, dass es viel schwerer ist, den richtigen Moment für den Anfang zu finden, als es dann umzusetzen. Nur, um ein Beispiel zu geben, es hat zwei Jahre gedauert, den Moment zu finden mit Endless Asylum anzufangen, um dann alles Material innerhalb von einem Monat zu erstellen, ins Studio zu gehen und das Projekt fertig zu stellen.
Wie arbeitest du? Schreibst du einen Song nach dem anderen oder gibt es kreative Pausen während der Komposition?
Sathorys Elenorth: Ich denke zuerst über das Konzept nach, teile es in Abschnitte, organisiere diese und arbeite dann an ihnen. Die Zeit kann aber von Song zu Song sehr unterschiedlich sein.
Welche Band würdest du gerne als Endless Asylum auf der Bühne sehen?
Sathorys Elenorth: Endless Asylum fängt die Gefühle eines Patienten ein und überträgt sie auf das Publikum mit verschiedenen Audiovisuellen Stilmitteln.
Wenn ich beide Projekte vergleiche, dann muss ich sagen das sie sehr unterschiedlich sind, gibt es eine Präferenz für eines der beiden?
Sathorys Elenorth: Nein, eigentlich nicht obwohl ich momentan sehr an Endless Asylum interessiert bin, weil es neue Inspirationen bringt, auf musikalischer Ebene wie auch auf konzeptioneller Ebene.
Du bist ja der Kopf von vielen Projekten oder zumindest involviert. Wie stellst du sicher, dass die verschiedenen Einflüsse sich nicht mischen oder machst du das manchmal absichtlich?
Sathorys Elenorth: Normalerweise hat jedes Projekt seinen eigenen Moment und ich versuche, nicht an zwei Dingen gleichzeitig zu arbeiten, was aber nicht immer möglich ist. Lugburz und Endless Asylum wurden ja fast zur gleichen Zeit herausgebracht.
Ich habe dich ja in Belgien mit Narsilion gehört, sind da mehr Pläne für Auftritte mit deinen Soloprojekten? Und es war ein wenig verwirrend auf MySpace Narsilion und auch Lugburz zweimal zu finden, auch wenn die beiden anderen doch ziemlich Heavy Metal waren.
Sathorys Elenorth: Mit Endless Asylum bin ich bereits aufgetreten und habe ein paar weitere Konzerte geplant. Wie ich zuvor schon einmal erwähnte, für Lugburz habe ich einfach noch nicht den richtigen Moment gefunden, aber wenn, dann wird es ein fantastisches Konzert, da bin ich mir sicher. Ich weiß natürlich von den anderen Bands mit den selben Namen. Bei Narsilion hat sich die Band aufgelöst, bevor ich angefangen habe und bezüglich Lugburz würde ich sagen, dass es sowieso fast unmöglich ist, einen Namen aus dem Ring zu finden, der nicht schon mehrfach verwendet wird.
Und am Ende noch ein paar persöhnliche Fragen, weil es immer interessant für die Leser ist, ein wenig mehr über die Person hinter der kleinen silbernen Scheibe zu erfahren. So was ist dein Lieblings... Essen, Getränk, Buch, Film, Musiker, Künstler und was kannst du nicht ausstehen?
Sathorys Elenorth: Mein Lieblingsessen ist Italienisch. Mein Lieblingsgetränk ist Tee. Ich mag zu viele Filme, als dass ich mich da festlegen kann. Mein Lieblingsmusiker ist Mike Oldfield und mein Lieblingskünstler ist Jahn Pawson. Basierend auf dem musikalischem Aspekt, würde ich sagen, dass ich unaufrichtige Menschen nicht ausstehen kann.
Vielen Dank für das Beantworten meiner Fragen und viel Erfolg!
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