Interview mit Mundtot

Rubrik: Interview

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Hallo Tino! mundtot ist PromoFabrik PICK of the MONTH April. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle! Wie fühlt es sich an, gegen ein paar andere Mitbewerber das Rennen gemacht zu haben?

Tino: Hallo. Wir sind sehr überrascht. Damit hatten wir nicht gerechnet.

So richtig mundtot kommt ihr mir jedoch nicht vor. Was bedeutet der Name in Bezug auf eure Musik?

Tino: Eben genau das Gegenteil. Ich sage in den Texten genau das, was ich denke. In der heutigen Gesellschaft bekommt man als Einzelner einfach kein Gehör mehr. Man wird „mundtot“ gemacht.

Ward ihr nicht mal zu Dritt? Was ist mit Ferdinand?

Tino: Ja, das stimmt. Ferdinand ist inzwischen unser Manager. Es wurde einfach zu viel. Bandmitglied und Manager, dann noch seine Ehe. Das wäre nicht gut gegangen, und ich denke so war es die richtige Entscheidung.

Euch gibt es ja noch nicht sooooo lange. Wie habt ihr denn zur Musik und zueinander gefunden?

Tino: Wir haben schon früh mit Musik an sich angefangen. Aber genau diesen Weg der Musik habe ich erst vor ein paar Jahren eingeschlagen. Und mit Mundtot habe ich dann Ende 2008 meinen Traum von einer eigenen Band verwirklicht. Davo war zu der Zeit Gitarrist in einer Punkband in der ich Schlagzeug spielte, und ich war so begeistert von ihm, dass ich ihn gefragt hab, ob er mich bei diesem neuen Projekt unterstützen will. Und wie du siehst, hat er zugestimmt.

Was ist euch am Wichtigsten am Musizieren?

Tino: Ich denke Ehrlichkeit. Keine Fake-Produktion. Einfach auf der Bühne stehen und deinen Emotionen freien Lauf lassen. Darum geht es doch. Seine Gefühle zu zeigen, und darin eine Message zu verpacken.

Und worauf könnt ihr gut und gerne auch verzichten?

Tino: Auf 10 Minuten Solos. Wir sind keine Instrumentalisten. Es sollte alles songdienlich sein. Solang es die Stimmung des Songs unterstützt gut, alles andere kann gerne draußen bleiben.

Im Pressetext heißt es, dass ihr rebellisch seid. Wogegen rebelliert ihr denn am liebsten?

Tino: Haha, ja den hab ich auch gelesen. Rebellisch klingt immer so nach pubertierenden Punks. Ich denke, wir rebellieren gegen das Weggucken. Dass Leute einfach ignorieren was in der Welt und der Gesellschaft passiert.

In welchen der drei folgenden Genres fühlt ihr euch am Wohlsten? Rock, Industrial oder Gothic?

Tino: Schwere Entscheidung. Ich mag Genres allgemein nicht. Aber wenn ich mich für eins entscheiden müsste, dann wäre es wohl Rock. Einfach aus dem Grund, dass Rock am meisten Freiraum bietet, quasi das größte Genre ist.

Beschreibe eure Musik doch einmal selbst mit ein paar Worten...

Tino: Ähm…puh…melancholisch, ehrlich, rau, unkompliziert?

„Endzeit“ – so der Titel eurer kürzlich erschienenen EP. Der Titel steht wofür?

Tino: Der Titel sollte die Leute vor den Kopf stoßen. Damit sie sich mal umsehen, und vielleicht merken, dass es schon um einiges schlimmer um uns steht, als man gerne zugibt.

„Gaia“ - laut Wikipedia die Muttergottheit der griechischen Mythologie. Hat euer gleichnamiger Song etwas mit dieser „Gaia“ zu tun?

Tino: Richtig. Ich habe versucht mir vorzustellen wie es wäre, wenn die Menschen endlich von dem Planeten verschwunden wären. Es gibt Studien darüber, die zeigen, dass es nur einige Jahre braucht, bis sich die Erde erholt hätte. Gleichzeitig ist der Song eine Entschuldigung an Mutter Erde, für das was wir ihr bereits angetan haben.

Hat es einen bestimmten Grund, warum ihr euch ausschließlich in Deutsch ausdrückt?

Tino: Deutsch ist unsere Muttersprache, oder zumindest meine, und ich denke, dass die Zuhörer bei deutschen Texten noch eher zuhören, als z.B. bei englischen.

Meint ihr nicht, dass ihr damit ein kleineres Publikum ansprecht?

Tino: Nicht in dieser Szene. Im Gegenteil, wir haben Fans auf der ganzen Welt, die uns genau deshalb mögen.

„Xenophobie“ ist in meinen Ohren nicht nur der stärkste, sondern auch der heftigste Song. Was steckt hinter diesem Stück?

Tino: Ich habe mich eine Zeit lang mit der Geschichte der Kolonialisierung befasst. Und war einfach erschüttert darüber, wie die Kolonialmächte über die Ureinwohner der jeweiligen Länder gesprochen und gedacht haben. Und das wollte ich in diesem Lied thematisieren.

„Virus Mensch“ ist der mir am längsten bekannte Song von euch. War dieser nicht mal ganz ohne Gitarren? Oder habe ich das falsch in Erinnerung?

Tino: Nein, das stimmt schon. Aber da „Endzeit“ unsere erste CD ist, wollten wir zeigen wie der Song in der neuen Formation klingt. Ich mag die alte Version, aber dort hört man nicht die ganze Band. Das sind nur ich und eine Groovebox.

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Jedenfalls ist der Song ein richtiger Earcatcher. Der Text ist sehr lyrisch und regt zum Nachdenken an. Ihr seid unverkennbar auch Menschen, richtet ihr euch mit dem Song also auch gegen euch selbst oder ist der Text aus einer eher „göttlichen“ Perspektive heraus zu verstehen?

Tino: Natürlich, ich meine wir sind ja auch Menschen, oder? Ich fand es einfach wichtig, gerade heraus zu sagen, was Menschen einfach sind. Viele denken, sie wären gottesgleich, können über alles bestimmen, sind aber einfach nur ein winziger Punkt im Universum, der für dieses so uninteressant ist wie nochmal was.

Was meinst du, würde passieren, wenn die Erde plötzlich still steht?

Tino: Ich hoffe, dass jeder einmal tief durchatmen würde, und überlegen würde, ob es nicht vielleicht doch noch andere Dinge im Leben gibt, die vielleicht viel wichtiger sind als „höher, schneller, weiter“ und immer der Beste sein.

Und warum wollt ihr aussteigen?

Tino: Weil wir keine Lust mehr haben, mit zu spielen. ;)

In euren Texten steckt eine gewisse Zeitkritik. In welcher Zeit hättest du am liebsten gelebt und warum?

Tino: Vielleicht am ehesten bei den Höhlenmenschen. Da wusste man wenigstens noch wieso man sich die Schädel einschlägt.

Was stört dich am 21. Jahrhundert so sehr?

Tino: Es ist nicht das 21. Jahrhundert an sich. Es ist dieses fortschreitende Zusteuern auf die Katastrophe, ohne einzulenken. Und das hat nun mal im 21. Jahrhundert einen ganz anderen Effekt, als 300 nach Christus.

Wie geht es nun weiter mit mundtot? Wird es ein Video geben, Konzerte, ein Album?

Tino: Wir arbeiten tatsächlich gerade an einem Video. Zu welchem Song, wird aber noch nicht verraten. Nur so viel, es wird im Video um mehr gehen, als um halbnackte Frauen. Und Auftritte werden wir auch weiterhin so viele machen, wie wir können. Ein Album ist auch geplant. Wir sammeln dafür momentan Songmaterial, und können dann hoffentlich Ende des Jahres ins Studio. Aber wir machen uns da keinen Stress, weil wir wollen, dass das erste Album nochmal einer großer Schritt wird, qualitativ sowie musikalisch.

Ja und was es so Neues um mundtot gibt, wird mit Sicherheit auf eurer MySpace Seite in stets aktueller Fom verkündet stehen. Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen euch viel Erfolg und überlassen dir ganz frech die abschließenden Worte....

Tino: Danke für das Interview, danke an PromoFabrik. Vielen Dank an alle, die uns bisher so toll unterstützt haben! Und ich hoffe wir werden noch viel von uns hören in nächster Zeit. ;)

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Comments

Gast on 27. May 2010 - 15:13
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klasse interview

eure musik ist einfach klasse!