Anläßlich des Albums "Welcome to Gestrikland“ führte Lucy ein Interview mit Kommando XY.

1. Hallo Jungs! Danke, dass Ihr Euch die Zeit nehmt mit PromoFabrik dieses Interview zu führen. Viele Leute in Deutschland kennen Euch noch nicht. Erzählt uns mal ein wenig über Euch!
Jocke: Hallo, mein Name ist Joakim, aber die meisten nennen mich Jocke. Ich bin der Sänger der schwedischen EBM-Band Kommando XY.
Gustav: Ich bin Gustav und ich mache die Musik in der Band. Wir machen schon seit drei Jahren zusammen Musik und haben jetzt endlich unser erstes Album aufgenommen: „Welcome to Gestrikland“.
2. Warum habt Ihr Euch dazu entschlossen, Eure Songs in schwedisch zu singen? Was denkt Ihr generell darüber, in der jeweiligen Muttersprache zu singen? Oder plant Ihr vielleicht für die nächsten Sachen, englisch zu singen???
Jocke: Es war für uns eigentlich ganz normal, mit schwedisch anzufangen. Bis dahin hat es noch keine Band probiert, schwedisch zu singen und wir hatten uns einfach gedacht, dass das ganz witzig sein könnte. In Schweden gibt es ja eine lange Tradition von Synthpop-Bands, die schwedisch singen, warum sollte man das nicht auch bei EBM versuchen. Vielleicht werden wir ja eines Tages auf englisch wechseln, aber sicher erst dann, wenn wir das Gefühl dazu haben, dass die Zeit dafür gekommen ist.
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3. Ihr singt ja auch über Eure Heimatstadt Gävle. Was könnt Ihr uns darüber erzählen? Wie seid Ihr da aufgewachsen?
Gustav: Gävle ist so eine mittelgroße Stadt nördlich von Stockholm. Wir haben Bars, Mädels, Eishockeyteams. Nichts Besonderes. Wie eine typische normale schwedische Stadt. Aber es ist unsere Heimat und warum sollten wir nicht darüber singen?
Jocke: Und eine andere gute Sache ist, dass wir alle unsere Freunde und Familien um uns herum und wir eine großartige Natur hier haben. Du kannst im Wald spazieren gehen, Ski fahren in den Bergen und wir haben sogar einen Moospark!
4. Im Dezember habt ihr in Berlin und Leipzig live gespielt. Werdet Ihr Deutschland im Jahr 2009 noch öfter besuchen?
Gustav: Wir werden nach Deutschland kommen sooft ihr uns dort haben wollt. Nach Deutschland zu fahren ist eine großartige Sache. Das Publikum ist einfach des beste. Das Bier und das Essen ist super. Deshalb kommen wir jederzeit gern wieder nach Deutschland.
5. Wird es auch ein neues Album im kommenden Jahr geben oder plant Ihr erstmal, „Welcome to Gestrikland“ live auf die Bühnen zu bringen?
Gustav: Im kommenden Jahr wird es eine EP geben und wir wollen eine Menge Shows spielen. Danach kommt vielleicht das nächste Album.
6. Was bedeutet „Welcome to Gestrikland“ für Euch? Wie lang habt Ihr an diesem Album gearbeitet?
Jocke: Das Album bedeutete für uns eine Menge Arbeit und wir sind froh, dass wir es jetzt vollenden konnten und damit etwas geschaffen haben. Es fühlt sich doch viel besser an, wenn du eine Platte in den Händen halten und dem Publikum präsentieren kannst, anstatt nur so ein paar Songs auf MySpace als MP3. Das wird es uns auch viel einfacher machen, einen Namen zu bekommen und live zu spielen.
Gustav: Wir haben seit 2005 die ganze Zeit an dem Album gearbeitet und wir hatten schließlich im Sommer eine sehr intensive Phase, in der wir für einen Monat in einem professionellen Studio aufgenommen und die letzten Vokaltakes eingesungen haben.
7. Ein Song heißt "Genesis does what Nintendon't". Ich nehme an, der Song ist über Videospielkonsolen? Mögt Ihr so alte Spiele? Welche Spiele spielt Ihr denn grad so?
Jocke: Der Titel basiert auf einem alten amerikanischen Werbespot für Sega Genesis, die hier in Europa als Megadrive verkauft wurde. Der Text ist quasi ein pro-Sega-anti-Nintendo-Ding. Wir dachten, es gibt so viele Lobeshymnen auf Nintendo und waren so ein bisschen traurig darüber, dass wir dachten, wir machen einfach mal einen Song für Sega. Derzeit spiel ich grad richtig viel Mega Man IX und das alte Metal Gear Solid auf PSX.
8. Wie groß ist denn die EBM-Electro-Szene in Schweden? Gibt es da viele Festivals und Clubs?
Gustav: Eins ist ganz sicher: Wir haben eine Menge Bands. Fast jede kleine Staut hat ihre eigene Band und es gibt eine Menge Clubs und Festivals, nicht nur in Gävle. Außerdem wohnen wir nur 70 Minuten von Stockholm entfernt. Immer wenn dort etwas los ist, fahren wir nach Stockholm.
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9. Kann man deutsche und schwedische Fans vergleichen?
Gustav: Kurze Antwort: Nein. Die deutschen Fans sind einfach die besten. Sie sind verrückt, kaufen eine Menge Merchandise und fahren weit für ein gutes Konzert. In Schweden sind die meisten betrunken und feiern, aber nicht wie die Deutschen, sorry!
10. Ihr wollt mit Eurer Musik provozieren – zielt ihr da auf bestimmte Gruppen oder Menschen ab oder ist das eher allgemein gehalten?
Jocke: Gute Bands provozieren. Wenn man easy-listening haben will, sollte man Enya hören...
11. Was glaubt ihr, wird sich der klassische EBM-Stil in 10 Jahren total geändert haben, oder wird es ihn noch immer geben?
Gustav: EBM wird es in 10 Jahren auch noch geben. Ich meine, es hat ihn ja schon seit 27 Jahren gegeben! Es wird sicher eine Weiterentwicklung geben, aber wenn es Weiterentwicklung gibt, gibt es auch neue Namen für neue Stile. Wie damals, als EBM in Futurepop, Industrial-Dance und alle modernen Arten des verzerrten EBM-Stils wie Aggrotech transformierte. Aber der ursprüngliche EBM wird auch noch da sein.
12. Welches Equipment habt ihr denn benutzt, um „Gestrikland“ zu produzieren? Wie sieht Euer Studio aus?
Gustav: Wir haben viel altes Equipment, wir benutzen auch keinen PC oder Mac. Wir haben einen alten 1040ST Atari-Computer als Sequencer und benutzen Oldschool-Synthesizer wie Sequential Circuit Pro One, ARP Oddyssey und diesen kleinen neuen Microkorg, der toll ist, wenn man die Sounds ordentlich verbiegt. Wir haben eine professionelle Yamaha-Workstation benutzt, um die Songs aufzunehmen und für die Vocals sind wir in ein richtig professionelles Studio gegangen, um das bestmögliche Ergebnis zu bekommen.
13. Was bevorzugt ihr? Konzert oder Club?
Jocke: Konzerte in Clubs. Gustav: Konzerte mit guten Bands
Open Air oder Halle?
Jocke: Halle
Gustav: Halle
Bier oder Wein?
Jocke: Bier
Gustav: Deutsche Biere und spanischen Wein
Vinyl oder CD?
Jocke: Vinyl
Gustav: Vinyl
Lange oder kurze Haare?
Jocke: Kurz
Gustav: Kurz
Fish oder Steak?
Jocke: Steak.
Gustav: Weder noch, ich bin Vegetarier seit 11 Jahren. Ich würde Tofu nehmen.
Analoge oder digitale Instrumente?
Jocke: Analog
Gustav: Analog
Internet oder Zeitung?
Jocke: Internet
Gustav: Zeitung
Kino oder DVD?
Jocke: Kino
Gustav: Kino, ich geh fünfmal pro Woche ins Kino.
Nintendo oder Sony?
Jocke: Nintendo
Gustav: Wenn ich wählen müsste, Nintendo.
Bar oder Lounge?
Jocke: Bar
Gustav: Bar
14. Vielen Dank für das Interview. Habt Ihr noch ein letztes Wort für die Fans?
Gustav: Bleibt sauber!
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