Interview mit DIGITAL FACTOR

Rubrik: Interview

Lucy im Interview mit Torsten, Guido und Mike von Digital Factor

Digital Factor

01. Hallo zusammen, es freut mich sehr, dass Ihr Euch heute hier bei uns eingefunden habt und dass wir nun gemeinsam dieses Interview führen können ;) Auch wenn wir einst schon ein IV geführt haben, wäre es doch sehr nett von Euch, wenn Ihr Euch den Lesern/Hörern noch einmal vorstellen könntet .... Doch dieses Mal möchte ich, dass Ihr diese Frage ein wenig anders beantwortet:

Mike über Torsten: Torsten ist nicht nur ein wichtiges musikalisches sondern vor allem auch ein wichtiges technisches Herz der Band. Ich kenne keinen anderen, der die meisten Typenbezeichnungen von Synthesizern auf Anhieb kennt. Es gibt kaum Leute in meinem Leben, außer Torsten, mit denen ich bisher 16 Jahre ununterbrochen zu tun hatte. Und er ist der männliche Mensch, neben dem ich am häufigsten in Hotelzimmern aufgewacht bin. (lacht) Torsten über Guido: Er hat teilweise die abgefahrensten musikalischen Ideen, die Digital Factor immer wieder vorwärts bringen und er ist ein wichtiger Motor innerhalb der Band. Er ist auch der einzige, der in der Band sogar mit einem „Darm To Midi Konverter“ (Gitarre) umgehen kann. Guido über Mike: Mike ist der bestaussehendste Frontmann und Organisator, den eine Band zu bieten hat. Allerdings sehe ich ihn während des Konzertes auch meist nur von hinten. Aber Spaß bei Seite. Wir kennen uns schon sehr lange, wohnen in der selben Stadt und sind auch unabhängig von Digital Factor miteinander befreundet.

02. Und nun erzählt uns doch ein wenig über Eure Entstehungsgeschichte.

Torsten: Nun Digital Factor dürfte eine der dienstältesten Electro-EBM-Bands im Osten Deutschlands sein. Wir haben uns 1993 über eine Annonce in einem Musikgeschäft kennen gelernt.

Mike: Ich suchte damals Leute, mit denen ich gemeinsam elektronische Musik im Stile von Front 242 machen könnte. Tino und Torsten nahmen in dem Geschäft gerade einen alten DDR-Vermona Synthesizer unter die Lupe. Sie meldeten sich dann bei mir und wir warfen unsere bislang eigenständigen Projekte zusammen und gründeten Digital Factor.

Torsten: Nach zwei Tapeveröffentlichungen erhielten wir durch die Vermittlung von Klaus Larsen (Leatherstrip) einen Plattenvertrag bei dem Dänischen Label Hard Records, na ja und wir veröffentlichen nun, nach 16 Jahren unser mittlerweile achtes Album.

03. Euer neues Album trägt den Titel „Look Back To Go Forward“. Ist dies eine Art Message an all die Fans da draußen oder wie dürfen wir das verstehen?

Gudio: Auf alle Fälle. Wir haben vor der Produktion in der Vergangenheit von Digital Factor gekramt und viel von den alten Alben angehört. Das war faktisch das „Look Back“. Das Album selbst war dann das „Go Forward“. Torsten: Besonders für Mike und mich war dies eine Zeitreise, die wir sehr interessant aber auch spaßig gefunden haben. Digital Factor und die Musik der Band nimmt einen nicht unwesentlichen Teil unseres Lebens ein.

04. Im letzten Jahr hatten wir uns bereits über Euer neues Album unterhalten und Mike meinte damals zu mir, dass sich die Oldschool-Digital Factor-Fans freuen können, weil es ein sehr, sehr straightes Album und stark angelehnt an frühere Alben sein wird. Könnt Ihr das nach der Fertigstellung des Albums nun auch noch immer behaupten?

Mike: Da kann ich durchaus zu meinem Wort stehen. Aus unserer Sicht ist genau das, was wir mit dem Album erreichen wollten passiert. Es steht in einer Reihe mit unseren CDs wie „On Demand“ (1996) oder „Relationchip“ (1994). Das war von Anfang an so geplant.

Gudio: Bis ich zu Digital Factor gekommen bin (2000 verließ Tino Schmitt die Band und Gudio kam 2002 hinzu), gehörte ich eher zu dem Part der Hörer von Digital Factor. Mal abgesehen davon, dass ich die Jungs schon länger kenne, so faszinierte mich immer der aggressive Sound der Band. Na ja und das sollte bei „Look Back To Go Forward“ wieder zu hören sein.

05. Und da gerade auch von Euren früheren Alben die Rede war... wie beurteilt Ihr die Qualität dieser frühen Songs? Und was ist das spannende daran, mit eigenem älterem Material zu arbeiten?

Torsten: Nach einer längeren Produktionsphase kann man entweder das eigene Material kaum noch hören bzw. es fehlt einem der notwendige Abstand. Im Vorfeld der „Look Back To Go Forward“ haben wir manche Songs nach neun Jahren das erste mal wieder gehört. Dann ist das schon so ein bisschen, als hätte eine andere Band den Song gemacht.

Mike: Wir haben weniger mit dem Material gearbeitet, sondern es war eine Quelle der Inspiration für „Look Back To Go Forward“. Insofern ist es, um auf die Frage von vorhin zurück zu kommen, durchaus eine Ansage an die Fans.

06. Und nun liegt es vor mir, das neue Album „look back to go forward“. Es gefällt mir wirklich sehr, sehr gut. An dieser Stelle mein Kompliment an Euch. Wie lange habt Ihr insgesamt an diesem Album gearbeitet?

Guido: Wir haben in einem sehr konzentrierten Zeitraum an dem Album gearbeitet. Alles in allem liegen wir vermutlich unter einem Jahr Produktion. Es war ganz interessant. Als die musikalische Aufgabe für uns klar war, ging die Produktion fast wie selbst von der Hand.

Torsten: Vermutlich ist die Band selbst auf das Thema aggressiver elektronischer Musik so eingespielt, dass die Arbeit so leicht für uns war.

Mike: Es ist auch das erste Album, welches komplett in der neuen Besetzung der Band entstanden ist. Neu war für uns, dass wir uns teilweise im Studio eingeschlossen und auch dort geschlafen haben. Dabei ist auch so etwas wie ein neuer Geist innerhalb der Band entstanden.

07. In meinen Ohren machten sich beim ersten Durchhören clubtaugliche Songs breit und somit enthält es meiner Meinung nach ein hohes Maß an Tanzflächenpotential. Bewusst?

Torsten: Auf „One More Piece“ haben wir es 2006 durchaus etwas ruhiger angehen lassen. Wir sind dann mit dem Album live unterwegs gewesen. Dabei spielt man logischerweise auch viel altes Material, welches trotz dieses Alters noch großartig auf der Tanzfläche funktioniert. So ist der „Go Ahead“ von 1996 noch zu einem späten Hit in Osteuropa geworden. Dieses Gefühl sollte unbedingt auf „Look Back To Go Forward“ einfließen.

08. Was erwartet Ihr von eurem neuen Album?

Mike: Hmmm, eine gute Frage. Geld, Reichtum und Großbildfernseher. Nein im Ernst, mit jedem Album verknüpft sich die Hoffnung, dass die Fans es mögen. „Look Back To Go Forward“ dürfte sich daher logischerweise vor allem an alte Digital Factor Fans richten. Die ersten Feedbacks, welche wir dazu bekommen, scheinen dies zu bestätigen.

Guido: Wobei natürlich auch Leute, die Digital Factor gerade neu entdecken, die ersten Kostproben auf u. a. Myspace zu mögen scheinen. Wir hoffen natürlich, dass sich dies auch für das ganze Album fortsetzt.

09. Auf Eurem nunmehr achten Studioalbum findet man Texte, welche viele verschiedene Themen ansprechen. So zum Beispiel von der Nutzung von Drogen über ein unkontrollierbares ICH bis hin zu Alltagsängsten. Wie kommt Ihr auf diese Themen? Selbsterlebtes oder Beobachtungen?

Torsten: „Look Back To Go Forward“ hatte, im Gegensatz zu unseren bisherigen Alben, weniger einen inhaltlichen vielmehr einen musikalischen Konzeptansatz. Das gibt natürlich Raum für sämtliche Arten von Themen. So musste man nicht unbedingt nach Themen suchen, sondern konnte tatsächlich selbst Erlebtes aber auch Fiktion mischen.

Mike: Besonders Letzteres hat sehr viel Spaß gemacht. So erzählen wir bei „This Is A Test“ eine wirklich makabre Geschichte, die sich mit den Grundängsten des Menschen auseinander setzt. An Lyrics wie diesen haben wir auch erstmals zu dritt gearbeitet, nun ja und die Phantasie von drei Leuten nimmt schon manchmal eigenartige Wege.

10. 1993 gegründet, befindet Ihr Euch in Eurem inzwischen 16. Jahr des Bandbestehens. Mit Sicherheit habt Ihr viel in dieser Zeit durchgemacht, jedoch auch viele schöne Erlebnisse gehabt. Was fällt Euch zu den Schlagworten „das war eine schöne Zeit“ auf Anhieb ein?

Torsten: Digital Factor, das ist für mich wie eine 16 Jahre lange Klassenfahrt. Ein einzelnes Erlebnis herauszuheben ist eigentlich fast nicht möglich. Interessant sind immer Konzerte im Ausland. Während man die Entwicklung und das Standing der Band in Deutschland logischerweise sehr intensiv mitbekommt, weiß man meist nicht so richtig, was im Ausland wirklich passiert.

Mike: Das erinnert mich an ein Konzert im Pariser „La Loco“. Wir wurden gebucht und bekamen vor der Abreise die Info, dass wir Headliner eines Festivals mit u. a. „Cat Rapes Dog“ wären. Bis zum Start unseres Auftrittes dachten wir, dass es sich um einen Fehler handeln würde. Als wir dann aber ein komplett tanzendes und unsere Songs mitsingendes „La Loco“ vorfanden, waren wir überwältigt.

11. Einige Songs des neuen Albums sollten 2008 erstmals auf einem polnischen Festival in Klodzko vorgestellt werden. Doch leider war dies Euch nicht möglich, denn dieses wurde von katholischen Anhängern sabotiert. Was könnt Ihr uns darüber berichten?

Guido: Es handelte sich um ein Festival mit u. a. Diary of Dreams und Digital Factor. Schon am Vormittag hatten katholische Fanatiker die Stromzufuhr gekappt, was aber repariert werden konnte. Wir machten dann (verspätet) unseren Soundcheck vor ca. 1000 polnischen Besuchern des Festivals, welche schon hier tanzten. Mit entsprechendem Hochgefühl fuhren wir ins Hotel. Als wir zurückkamen, war das Festivalgelände komplett dunkel. Es hatte einen zweiten Anschlag gegeben, der auch auf die Schnelle nicht zu reparieren war.

Torsten: Der Anschlag galt dem angeblichen Treffen von „Satanisten“. Das ist schon witzig, beim religiösen Fanatismus sehen wir eigentlich immer lange Bärte und Turbane vor unseren westlich geprägten Augen.

Mike: Wobei die Rückfahrt für uns nicht so witzig war. Als Band erlebt man sehr viel, aber in Klodzko waren die Zutaten für einen wirklich gelungenen Abend, der für alle Beteiligten zu Nichte gemacht wurde.

12. Ein weiteres (ich nenne es einmal) unschönes Ereignis traf Euch auch im letzten Jahr. Zur Singleauskopplung „Dein Herz“ wurde das Aussehen Eurer Myspace-Seite zensiert. Klärt uns doch einmal über dieses Geschehnis auf...

Torsten: Es gibt ein wunderschönes Artwork zur Single, bei welchem logischerweise ein Herz zu sehen ist. Für Myspace-Tom war ein echtes Herz so erschreckend, dass man die Bilder mehrfach von unserem Account gelöscht hatte und androhte den Account komplett zu löschen.

Gudio: Unsere Botschaft an den Myspace-Tom: Es handelte sich um das Herz eines Tieres, nicht um das eines Menschen.

13. Und warum wurde ausgerechnet „Dein Herz“ für die Vorab-Single-Auskopplung gewählt?

Mike: Das ist ganz einfach beantwortet. Der Song war als erstes für das Album fertig.

14. Man hört es förmlich heraus, dass Ihr mit einem großen Maß an Lust und Leidenschaft an Eure Musik heran geht. Was bedeutet „DIGITAL FACTOR“ für Euch? Könnt Ihr Euch ein Leben „ohne“ vorstellen?

Torsten: Derzeit können wir uns das nicht vorstellen. Man teilt die Höhen und Tiefen der Band. Gleichzeitig sind wir auch befreundet und treffen uns und unternehmen gemeinsam auch Dinge außerhalb der Band. Das möchten wir nicht missen.

Mike: Für uns ist Digital Factor ein Stück Familie, wir beschenken uns sogar zu Weihnachten.

Guido: Wie Torsten schon gesagt hat, es ist eine Klassenfahrt, die schon seit Jahren andauert. Zu Digital Factor gehören auch alle Leute, die damit zu tun haben, wie die Tourcrew oder das Label. Wir haben schon mit Bands den Backstageraum geteilt, die sich untereinander nicht wirklich leiden konnten. Wären wir an einem solchen Punkt, dann könnten wir uns vermutlich das Leben ohne DF vorstellen.

Mike: Allerdings spielte bei dieser Band das Verhältnis des getrunkenen Alkohols zu dem, was man wirklich verträgt eine Rolle. Wir mögen uns auch, wenn wir betrunken sind. (lacht)

15. Seit Anbeginn Eures Bandbestehens bis zum Jahre 1999 folgte ein Release nach dem anderen. Dann sieben Jahre Pause. Warum?

Tosten: Es kam eine Vielzahl an Fakten zusammen. Wir waren bis zum 1999er Album „Over One Million Times“ in einem jährlichen Trott von Produktion und darauffolgender Tour. 2000 stieg Tino aus der Band aus und dann verunglückte 2002 unser Labelchef Oliver Rösch (Hyperium/Hypnobeat). Mike und ich produzierten zu dieser Zeit schon für andere Musiker und Bands und wir arbeiteten seit sieben Jahren das erste Mal wieder ohne das bestimmende Ziel eines fest geschriebenen Release Termins.

Mike: Es blieb Zeit für spannende musikalische Experimente, die Torsten und mich auch in unserer Produktionserfahrung enorm weiter gebracht haben.

16. Im Pressetext fallen zwei Namen: Nik Page (auch bekannt unter dem Namen Blind Passengers) und Leonardo von Leibnitz (Frontmann der Band Y-Luk-O). Welche Rolle spielen diese beiden Herren in Bezug auf das neue Album und wie habt Ihr Euch kennen gelernt?

Mike: Mit Nik arbeiten wir schon sehr lange zusammen. Wir machen gemeinsam Musik, aber ich habe auch die Musikvideos von Nik Page und Cromax international für ihn umgesetzt. Viele der Produktionen von Nik sind in Torstens Studio in Dresden entstanden.

Torsten: Nik ist mental auch immer in die Produktionen von Digital Factor eingebunden. Letztlich ist 2006 „One More Piece“ bei seinem Label (Wannsee Records) erschienen und er steht uns jederzeit mit Rat und Tat zu Seite.

Guido: Leo haben wir zur Promotion unserer Online-Single kennen gelernt. Auch für „Look Back To Go Forward“ macht sein Unternehmen Promofabrik den Großteil der Arbeit. Für das Mastering des Albums zeichnet sich Leo ebenfalls verantwortlich.

Mike: Das ist genau das, was wir vorhin mit der Familie gemeint haben. Wir sehen Nik und auch Leo als einen Bestandteil dieser Digital Factor Familie. Das ist so etwas wie eine Zwangsrekrutierung.

17. Mit welchen drei Worten lässt sich DF Eurer Meinung nach beschreiben?

Torsten: Synthesizer, körperbetont, Musik

18. Viele Eurer Alben sind ausverkauft, wird es Re-Releases geben?

Mike: Mit diesem Gedanken hadern wir immer wieder. Ich habe kürzlich eines unserer Alben bei ebay stehen sehen. Letztlich ging es für 80 Euro über den virtuellen Ladentisch. Damit werden speziell die alten Sachen zu begehrten Sammlerobjekten. Würde es Re-Releases geben, so würden wir vermutlich so manchen Fan enttäuschen, der sich freut ein so gefragtes Sammlerstück zu besitzen.

Torsten: Wir planen gerade einige alte Songs als Bonusmaterial neu zu bearbeiten. Auch soll es limitierte CDs mit u. a. solcher Tracks geben. Das ist sicher auch eine Möglichkeit an altes Material zu gelangen.

19. Welche Musik hört Ihr privat zu Hause?

Guido: Ganz viel Free-Jazz, besonders Trompetenimprovisationen, die mit dem Mund gemacht werden, finden wir richtig toll. (lacht) Nee das ist natürlich Quatsch. Wir hören teilweise ganz unterschiedliche Sachen. Das reicht von Front 242 über Nitzer Ebb über Underworld, Chemical Brothers bis hin zu Industrial.

20. Und welche sind Eure All-Time Favorits?

Mike: „Pretty Hate Machine“ von NIN oder „Music for the jilted Generation“ von The Prodigy

Torsten: „Front by Front“ von Front 242 oder „Push The Button“ von Chemical Brothers

Gudio: „Millenium“ von Front Line Assembly oder „Radioaktivtät“ von Kraftwerk

21. Versetzt Euch einmal in die Lage, dass Ihr im Bereich des Musikbusiness für eine Woche Gott spielen könntet. Ihr hättet demzufolge all das Sagen und könntet tun und lassen, was Ihr wollt. Was würde passieren?

Torsten: Aus dem Musikbusiness würden all die studierten Betriebswirte und Quartalsmanager verschwinden und Leute würden Entscheidungen treffen, deren Passion Musik ist.

Mike: Na ja, wenn diese Betriebswirte wenigsten Ahnung von Betriebswirtschaft hätten. Das wäre ja schon einmal hilfreich. Aber derzeit leidet die Musikbranche unter rückläufigen Verkaufszahlen. Trotzdem wird die CD immer teurer. Das steht, glaube ich, so in keinem Handbuch für Volkswirtschaft.

Guido: Und obwohl die CD teurer geworden ist, für den Grund, warum es eine CD überhaupt gibt, nämlich den Musiker, gibt es immer weniger Geld. Die Struktur, die sich dahinter aufgeblasen hat verschlingt immer mehr die Anteile des einzelnen CD-Preises.

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22. Wie sieht in Euren Augen die Zukunft des Musikmarktes aus? Zählt Qualität vor Quantität? Oder werden es nur noch Bands schaffen, die genügend Vitamin B mit sich bringen?

Mike: Der Weg, über welchen Musik zum Fan, zum Hörer bzw. zum Interessierten kommt wird deutlich vielschichtiger sein. Wer hier auf die CD als einzigen Träger setzt und darum kämpft wird unweigerlich verlieren.

Torsten: Damit verliert Vitamin B zunehmend an Bedeutung. Dieses Aufsplitten der Vertriebswege ist eine gewisse Demokratisierung des Businesses. Auch die Band ohne Labelvertrag kann sich einem weltweiten Publikum präsentieren. Das, was die Branche als ihren Untergang sieht, sollte man vielleicht eher als Chance betrachten.

Gudio: Musik gab es schon, lange bevor es Labels und Vertriebe gab. Die Musik selbst wird es immer geben. Aber ob es Labels oder Vertriebe in dieser Form geben wird, ist die große Frage. Zumindest wird die Chance eher geringer, wenn diese sich nicht auf diese neue Situation einstellen.

23. Wann und wo kann man Euch dieses Jahr denn LIVE sehen?

Mike: Derzeit arbeitet unsere Bookingagentur an der Organisation der Livedates. Start wird der 21. Februar 2009 im Leipziger Villa-Keller sein.

24. Das Jahr 2009 hat gerade erst begonnen. Was sind Eure Pläne in Bezug auf DIGITAL FACTOR für 2009?

Torsten: Ein gutes Release und gute Konzerte mit guter Party.

25. Vielen Dank für Eure Zeit und Eure aufschlussreichen Antworten. Es war ein sehr interessantes Interview und es hat mir einmal wieder richtig Spaß mit Euch gemacht. An dieser Stelle noch auf die Schnelle Gratulation zum sechzehnjährigen Bandbestehen und alles Liebe und Gute auch weiterhin. Die letzten Worte überlasse ich nun Euch ...

Guido: Auch FKK-Liebhaber haben Rechte!

Torsten: Fernsehen macht wieder dumm!

Mike: CDs bitte nur mit 33er Geschwindigkeit auf dem Plattenspieler abspielen!