Anima Virus wurde im Zuge der Klangsuche geboren, die das Ziel hatte, die aktuelle Literatur sowie antike, klassische philosophische Themen in einem Gewand aus Elektrorock zu verarbeiten. Das Projekt Anima Virus wurde im Jahre 1996 nach der Auflösung der Vorgängerband „The Vacuum“ geboren, in der Aurelio Glola als Sänger und Gitarrist fungierte. Der Sound der Band war angelehnt an die spät-70er Post-Punk-Tradition: Frühe Christian Death, Cure, Bauhaus. Mittlerweile bereichern Anima Virus ihren Sound mit elektronischen Nuancen á la Depeche Mode, Goldfrapp oder auch mit Anlehnungen an die kalifornische Elektropunk-Szene (Vanishing Sixteens...).

End of the Eden wurde produziert & arrangiert von Aurelio Glola und aufgenommen im Ghostrack Studio, Rome Italy. Gemastered wurde das Album von Tim Schuldt @ 4cn-studios/germany. Das Graphicdesign führte Aurelio Gioia durch.
Leo interviewte Aurelio über den Hintergrund des göttlichen Werkes, die Geschichten Edens und was polnische Maler mit italienischem Gothic zu tun haben.
Leo: Hi Aurelio, danke, daß Du Dir die Zeit nimmst, um mit der PromoFabrik dieses interview zu machen. Du machst schon seit 1996 Musik. Kannst Du uns bißchen über die Geschichte von „Anima Virus“ erzählen und was Ihr bisher so geschafft habt?
Anima Virus: Das Anima Virus Projekt wurde aus dem persönlichen Wunsch heraus geboren, die täglichen Probleme und Sorgen unserer Zeit, z.B. soziale Entfermdung, Zynismus, psychische Unterdrückung, den unverblümten Materialismus und die schmerzhafte Erfahrung des Endes eines Zeitalters sowie der totalen Veränderung der Natur auszudrücken.
Leo: What does the name „Anima Virus“ stand for?
Anima Virus: Der Projekt-Name wurde zu einem Teil aus einem Wortspiel geboren und zum anderen aus Semantiken, die zufällig in verschliedenen Sprachen übereinstimmen und eine gleiche äthmologische Basis im alten Latein oder Griechisch haben. Das Wort „Anima“ bedeutet Lebensgeist, Bewußtsein oder Seele des Menschen. Vereinigt mit dem Wort „Virus“ (venefica = Substanz und teuflische Essenz) entsteht eine weitgefaßte Meinung über die menschlichen Reflexionen und den tatsächlichen Zustand der Menschheit. I denke, daß die Menschheit in ihrer ihr eigenen zerstörerischen Evolution geschuldet ihren Taten sich wie ein Virus auf der Erde benommen hat und weiter so verhält. Es ist ein Name, der eine Reflektion über den Mißmut und die extreme Unzufriedenheit eines einzelnen „Virus“-menschen ausdrückt, der seinen eigenen Zustand, seine Natur und die korrupte Welt um ihn herum begreift.

Leo: Dein Album „End of the Eden“ wurde vor ein paar Tagen veröffentlicht. Der Name hat mich zu vielen Spekulationen verführt, bevor ich die Musik angehört habe. Gibt’s es einen Kern oder ein übergeordnetes Thema? Ist es als Konzeptalbum zu verstehen?
Anima Virus: Vom Ende von Eden, der Periode unserer unvermeidlichen Transgression, entspringen Leiden und der konstante Impuls, einen göttlichen Zustand zu erreichen. Ein begrenzter, strikter Kontakt mit einer Entität oder einer Zivilisation pulverisiert jede anthropozentrische Illusion. Es könnte auch als ein Konzeptalbum interpretiert werden, wenn man die Atmosphäre in den Stücken sieht, deren männlich-tiefe Szenerie, die wie ein Zusammenfluß vieler starker Reflektionen über den Ursprung, das Leiden der Menschheit, Illusionen, Wünsche und Wege. In diesem Zusammenhang ist es ein Konzeptalbum. Aber die Korrelatoin zwischen den einzelnen Stücken untereinander ist sicher weniger direkt.
Leo: Wenn man Deine Musik hört, dann habe ich persönlich einen Hauch alter Gothicbands und auch David Bowie gehört. Was sind deine musikalischen Vorbilder und Einflüsse?
<!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --> <!-- END PARTNER PROGRAM -->Anima Virus: Ja, ich war sehr von einigen älteren Band der Gothic-Szene beeinflußt, z.B. Christian death, Bauhaus, Sisters of Mercy, Play Dead, Neon. Aber auch von Iggy Pop, David Bowie, Elvis, Roxy Music, Billy Idol, Japan und Duran Duran. Und auch von diversen anderen Genres außerhalb des Gothicrock. Ich will hier mal klarstellen, daß viele Musik, die man in den 90er Jahren in den Tanztempeln als Gothic bezeichnet hat, mich nicht beeinflußt hat. Ich denke, daß der Unterschied offensichtlich ist.
Leo: Anders als andere zeitgenössische Gothicbands bereicherst Du einen Sounds mit elektronischen Klängen, welche das Gesamtwerk frischer und moderner klingen lassen. Wie schreibst Du deine Songs?
Anima Virus: Ich schaffte zunächst ein Konzept, eine Idee, ein Bild des Stückes. Ich isoliere mich. Ich vertiefe mich nochmals in mir selbst. Ich spiele den Sequenzer und alle meine Instrumente und lasse allen meinen Ideen freien Lauf, die hohe und schwarze Klangwellen generieren... Es ist jedoch nicht ganz einfach all diese Passagen zu reproduzieren, die die Stücke auf dem Album ausmachen. Ich habe kein Standardkonzept um die Musik zu machen.
Leo: Wenn man Dich fragen würde, wie Du Deinen Musikstil beschreiben würdest, was würdest Du sagen?
Anima Virus: Dunkel, originell, krank, eingängig, und schattenreich. Die Leute sagen mir oft, daß die Stücke als Gothic-Hits komplett ungeeignet wären. Für mich ist das ein großes Kompliment. Ich will mich nicht einfahc nur der Szene anpassen und in ihr mitschwimmen. Ich will nicht in einer uninspirierten und sich wiederholenden Szene verharren.
Leo: In Deinen Stücken nimmt man einen starken philosophischen Hintergrund war. Interessierst Du Dich für solche Dinge, oder auch für so biblische Themen wie „Eden“?
Anima Virus: Mich interessiert das alles sehr von einem historischen Blickwinkel aus. Die Hypothese der realen Existenz Eden’s vor vielen Jahren auf dieser Erde, und eine Art Rebellion der menschlichen Rasse gegen eine überlegene andere Rasse, die eine kulturelle und physische Auslöschung zugelassen hat. Ich denke, es gibt eine starke Verbindung zwischen Bildern und der Repräsentation des göttlichen und übermenschlichen Konzepts, die sich in den ältesten Populationen und Kulturen dieses Planeten immer stark ähneln.
Leo: Wer oder was ist Zdzislaw Beksinski? Was ist die Verbindung zu Deinem Projekt?
Anima Virus: Zdzis?aw Beksi?ski (1929 –2005) ist ein bekannter polnischer Maler. Er hat sehr verstörende Bilder geschaffen, surrealistische, postapokalyptische Umgebungen mit sehr detailierten Szenen des Todes, des Verfalls, Landschaften voller Skelette, deformierte Körper und Wüsten. Der kalte Surrealismus, die ungefilterten Traumbilder, die post-apokalyptische Stille des Künstlers haben mich sehr stark beeinflußt. Aus diesem Grund habe ich ihm den instrumentalen Track in „End of the Eden“ gewidmet, bei dem ich versucht habe, den sonoren Ton der sterbenden Atmosphären seiner eigenen Bilder zu reproduzieren.
Leo: Wenn Du schon über Adam singst, wo hast Du dann Eva gelassen? ;-)
Anima Virus: Im Track Adam beschreibe mich durch den Einsatz von Metaphern die Entstehung der menschlichen Rasse, welche vielleicht etwas von dem Darwinschen Standpunkt abweichen dürfte. Aber unterschiedlich zu den versteckten Wahrheiten in den alten Schriften. Es wird einen neuen Track „Eva“ geben, welcher über die Menschheit, deren Spiritualität sprechen wird: Symbolisch die Kehrseite des Mondes. Der verborgene Gesicht von dem die alten Weisen vom Himmel herabsteigen. Vielleicht werde ich es in meinen zukünftigen Produktionen präsentieren.
Leo: Wie kommt es, daß eine Italienische Band so einen starken Einfluß von Kalifornischen Deathrock-Bands in ihrem Sound hat. Hast Du dort einmal gelebt?
Anima Virus: Ich habe dort nie gelegt, aber ich höre viele CD von Bands aus dieser Gegend.
Leo: Ich hab das Echo and the Bunnymen-Cover angehört und bin überrascht, diesen Song von jemand anderem interpretiert zu hören. Warum hast du grade diesen Song der großartigen Band ausgewählt?
Anima Virus: Killing Moon ist ein Song, den ich schon immer geschätzt habe. Es ist ein verträumtes und extrem romantisches Stück. Mein Cover ist mehr verfallend und vergiftet, denke ich.
Leo: Unglücklicherweise habe ich Dich noch nie live erlebt. Gibt es Pläne für eine Tour?
Anima Virus: Sicher, unser Ziel ist es, in Europe einige Konzerte noch dieses Jahr zu geben. Schaut auf www.animavirus.com und ihr werdet aktuell informiert über alles, was demnächst ansteht. Oder schreibt einfach eine Email an: information@animavirus.com
Leo: Wenn wir schon über die Zukunft sprechen, was sind Deine Pläne für die Zukunft des Projektes „Anima Virus“?
Anima Virus: Einen guten Einstand mit meiner Musik zu haben, in Europa und der Welt zu spielen. Mich selbst weiterzuentwickeln und den göttlichen Zustand zu erreichen. Vielen Dank!
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