HEAVY CURRENT - Push the Fire

Bild von Miss Achtung
Posted by Miss Achtung on 26. May 2009 - 6:57 in Heavy Current, Rezensionen

HEAVY-CURRENT können in diesem Jahr Jubiläum feiern, denn bereits seit zehn Jahren ziehen sie mit ihrer Musik im elektrisch, rockigen Musiksektor umher. Wenn ich an die Anfangszeiten von HEAVY-CURRENT denke, so habe ich da recht experimentelle Stücke in Erinnerung, was mit Sicherheit auf die häufigen bandinternen Memberwechsel zurückzuführen ist. Die aktuelle Besetzung, Nook an den Drums, Felix an der Gitarre sowie Frontmann und Mastermind Jan an den Keys und mit den Vocals, jedoch weiß musikalisch zu bestechen und deutet darauf hin, dass sie ihren Stil gefunden haben. Und dass dieser äußerst hörenswert und erfolgsversprechend ist, bewiesen die drei Herren schon mit ihrer Vorab-EP „Ratrace“. Beachtenswert in der musikalischen Laufbahn zeichnen sich auch die diesjährigen Gigs mit Projekt Pitchfork, Diary of Dream und Letzte Instanz. Auch Covenant, Apoptygma Berzerk und Agonoize durften HEAVY-CURRENT schon tourtechnisch begleiten.

Zehn Jahre HEAVY-CURRENT .... Nach einigen EP’s, vier Studioalben und einem LIVE-Tonträger stellen uns die Electrorocker nun ein weiteres Album vor, welches auf den Namen „Push the fire“ getauft wurde. Der Titel ist gewissermaßen wie „Tritt dir in den Arsch“ zu verstehen, welches Thema sich auch in den Texten widerspiegelt. Electro, Rock und kesse Texte also. Na dann drehen wir die Anlage doch einmal auf.

O ja, schon Einsteiger „Infected“ zieht einen in seinen Bann und man fühlt sich buchstäblich infiziert. Der Kopf nickt mit, die Füße unterm Schreibtisch zappeln und es macht Spaß den Drums, der Gitarre, den ohrwurmverdächtigen Melodiebögen und der ausdrucksstarken Stimme Jans zu folgen. Mit seinem stilistischen Midtempo geht dieser Song sofort ins Gehör und macht Appetit auf mehr. Mit etwas mehr Beschleunigung und noch eine Spur hitziger vernehmen wir den bereits bekannten Track „Ratrace“, welcher uns schon im September letzten Jahres ordentlich die Ohrmuscheln einheizte. Auch „One Way World“ zeugt von Fingerfertigkeit und pusht uns rockiger denn je nach vorne. Aggressiver und fordernd zugleich grölt uns Jan passend zum musikalischen wunderbaren Grundgerüst seine Sorgen und seine Meinung entgegen ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Danach wird es kurzerhand etwas ruhiger und düsterer auf der Scheibe. „Dining Death“ und „Shark“ bestechen eindeutig durch die zum Nachdenken anregenden Texte. „Shark“ zum Beispiel handelt von den Massakern an Haifischen, welche qualvoll sterben und ausgeschlachtet werden. Jan schreit sein Mitgefühl und sein Verärgernis über diese Tatsache regelrecht aus sich heraus, was mir gerade eine Gänsehaut nach der anderen herauslockt und mir einen Schauer über den Rücken jagt. Wahnsinn! Echt genial!
Mit „Heut Nacht“ liegt auch ein deutscher Song vor. Im Rhythmus wieder etwas flotter, vom Stil her wieder rockiger. Der Refrain prägt sich schnell ein und fordert regelrecht zum Mitsingen auf.

Mit Titelsong „Push the fire“ macht man sich vordergründig an elektronischen Elementen zu schaffen, ohne jedoch die rockigen Elemente von Felix außer Acht zu lassen. Ein weiteres Sahnestück auf diesem Silberling, welcher sich neben „Infected“, „Ratrace“ und „One way world“ auch mit Sicherheit im Club gut einbauen lässt und für volle Tanzflächen sorgen wird. Wieder ruhiger, jedoch nicht minder interessant, wird es bei „Lucid Dreaming“, gefolgt vom rockigen „Temper“ und vom eingängigen „Project Chaos“ findet „Push the Fire“ mit „Rain of Asia“ einen eher chilligen und ebenfalls unter die Haut gehenden Ausklang.

Alle Achtung - Jan, Felix und Nook bieten Abwechslung pur und sprechen somit ein breites Spektrum an. Sie haben sehr viele Qualitäten und auch an der Produktion ist absolut nichts auszusetzen. Song für Song erobern sie mein Gehör immer mehr und beweisen, dass sie das Zeug haben, Musik zu machen, die vom Herzen kommt, die mit Liebe bis ins kleinste Detail ausgetüfftelt ist und die sich in unsere Köpfe brennt. An dieser noch sehr jungen talentvollen Band können sich einige bereits namhafte Kombos eine dicke Scheibe abschneiden! Wer bisher noch nie etwas von HEAVY-CURRENT gehört hat, sollte sie sich spätestens JETZT vormerken und sich die Scheibe zulegen. Ihr werdet es nicht bereuen! Dafür setze ich mein Hinterteil ins Feuer. Wenn es HEAVY-CURRENT nicht gäben würde, würde mir echt etwas fehlen!

Charismatisch, temperamentvoll, ausdrucksstark, aggressiv, rockig, elektrisch, talentiert, vielfältig, sinnreich ... Was will man mehr?

Miss Achtung

Kommentar hinzufügen

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Allowed HTML tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen

Mollom CAPTCHA (Audio-CAPTCHA abspielen)
Geben Sie die Zeichen ein, die in den oben gezeigten Bild zusehen sind. Wenn die Zeichen unlesbar sind, senden Sie das Formular ab und ein neues Bild wird generiert.