Darkstorm Festival 2007 in Chemnitz: Bericht und Bilder

Bild von Dark Angel
Posted by Dark Angel on 26. December 2007 - 17:39 in Bericht

Auch 2007 lud die „InMove GMBH“ wieder am ersten Weihnachtsfeiertag in die Chemnitzer Stadthalle zum“Dark Storm Festival“.

Letzte Instanz

Da dies die ideale Möglichkeit bietet der fetten Gans, sowie der lieben Verwandschaft zu entfliehen, haben wir uns in den Osten aufgemacht.

Der Einlass begann ab 17:30 Uhr, was für uns bedeutete – ab 17:45 Uhr standen wir bei Minustemperaturen erst mal 15 Minuten am Einlass in der Warteschlange.
Nachdem wir uns in Inneren des Veranstaltungsortes wieder notdürftig aufgetaut hatten, startete auch schon die erste Band auf der Hauptbühne:

Down Below, welche ja fast aus der Nachbarschaft kommen, starteten gegen 18:30 Uhr mit einem Stück ihres aktuellen Albums: „Sinfony 23“.
Heute ohne Zylinder unterwegs, dafür aber Sänger Neo wie eh und je in viel Samt und Satin gewandet. (Obwohl mich der Gehrock und die gestreifte Weste jedes Mal wieder etwas an einen „Disney-Prinzen“ erinnern.....)
Der Auftritt kam beim Publikum, insbesondere bei den Mädels, gut an. Es wurden Stücke performt wie z.B.: „Runaway“, „On my way“, „Dark Queen“ – und (laut Neo: extra für die Mädels) der Song: „Down Below“.
Auch der Hinweis, dass Down Below beim „Bundesvision Song Contest“ teilnimmt, fiel – was die Mehrheit der Zuschauer jedoch eher schockiert aufnahm. Wie ich übrigens auch.
Das Wettbewerbslied trägt den Titel „Sand durch meine Hand“. Das Lied konnte mich nicht wirklich überzeugen, aber vielleicht kann der „Disney-Prinz“ ja „gewöhnliches Pop-Publikum“ begeistern! ;-)

Emilie AutumnAnschließend wurde die Bühne in eine große Puppenstube umgestaltet– es war Zeit für Emiliy Autumn. Es wurde ein riesiges Puppenbett auf die Bühne gefahren (Tarnung fürs Keyboard), ein großer „Spiegel“ (für Schattenspiele ;-) und ein großer „Puppentisch“ mit Stühlen.
Zum Intro führte ein Bandmitglied „11 Puppen“ (Ausgewählte Besucherinnen aus dem Publikum) herein, welche auf die Bühne gelegt wurden. Erst als die Sängerin die Bühne betrat, erwachten die Puppen zum Leben und wurden von Emiliy „dirigiert“.
Das knallbunte Bühnenbild, die ständig neuen Szenen auf der Bühne und die viktorianisch/punkigen Kostüme sorgten dafür, dass man gar nicht wusste, wo man zuerst hinschauen sollte. Eine Mischung aus Marie Antoinette, buntem chinesischem Theaterstück – und ein bisschen Horrorkabinett!
Emilie AutumnDie neue EP „4 o clock“ erscheint am 18.01.08 im Handel – ein Hörprobe gab es für die Festivalbesucher jedoch bereits vorab. Weiterhin fehlten auch die altbekannte Stücke wie „Misery loves company“, „Opheliac“ und „Liar“ nicht.
Die Bühnenshow ist jedesmal wieder ein absoluter Hammer (denke die Fotos sprechen für sich) – auch wenn die Musik vielleicht nicht jedermanns Geschmack ist!



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Um auch die Mittelalter-Fans bei Laune zu halten, folgten nun die wohlbekannten Könige der Spielleute - „Corvus Corax“.
Die achtköpfige Gruppe baute ein Sammelsurium an Trommeln, Pauken und natürlich auch an diversen „alten Instrumenten“ auf – wie z.B. „Schalmeien“ und „Sackpfeifen“. Die Bühne über und über voll mit Instrumenten – da schlug das Herz jedes Mittelalterfans höher.
Der Auftriff startete mit dem Stück „Lasst uns durchdrehen“. Und diese Aufforderung war auch Programm. Auch Besucher die mit Mittelalter-Musik nicht so viel anfangen konnten, wurden schnell mitgerissen.
Corvus CoraxDie mittelalterlichen Texte sind zwar immer etwas schwer mitzusingen, aber spätestens nach der Aufforderung von „Teufel“ waren im Publikum alle mit dabei: "Das älteste Instrument der Welt sind eure Hände – und die benutzt ihr jetzt auch alle“
Bei dieser Mittelalter-Combo stimmt einfach alles. Insbesondere wenn man z.B. weiß, dass sie einen Großteil ihrer Instrumente selbst bauen. Einfach immer wieder schön Corvus Corax zu hören und zu sehen.


Nach einer kurzen Umbauphase – wurde es teuflisch auf der Bühne! Es war an der Zeit für „Das ICH“. Stefan Ackermann wie gewohnt „oben ohne“, knallrot bemalt – und als Lucifer persönlich unterwegs. Und natürlich genauso teuflisch Bruno Kramm – der „gehörnte“ Backroundsänger am Mischpult mit den roten Teufelshörnern.
Das IchAm Keyboard das dritte Bandmitglied – mit Kopftuch! Vielleicht als Jungfrau Maria? ;-)
Auf der Bühne aufgebaut ein Konstrukt aus rostigem Metall an dem Mischpult, Keyboard und Mikrophonhalterung befestigt waren. Die zwei Pulte sind schwenkbar, wodurch das Bühnenbild ständig in Bewegung gehalten wurde.
Passend zu Weihnachten prangerte die Gruppe abwechseln Religion, Gesellschaft und die Kirche an. Der Auftritt kam sehr gut an- die Halle war brechend voll und die Stimmung glich einem Hexenkessel!
Musikalisch wurde eine bunte Fahrt durch alle Veröffentlichungen dargeboten. Hierunter waren z.B. „schwarzer Stern“ und „Re-Animat“ - und natürlich gab es als letztes Lied noch „unser aller Alltagstot – Das Destillat“.

Nun war die Bühne frei für „Project Pitchfork“. Und was „Das Ich“ begonnen hatte, wurde fortgeführt.
Die Gruppe betrat mit „God Wrote“ die Bühne. Peter Spilles mit Tarnfarbe im Gesicht und sichtlich erfreut über die Stimmung im Publikum. Die Gruppe gab mit aggressiv gesungenen Texten, lauten Bässen und knalligen Lichteffekten so richtig Gas.
Und da Pitchfork in den letzten Jahren etwas weniger CDs auf den Markt gebracht haben, wurden die Fans mit den Klassikern erfreut! Hierunter waren natürlich „Conjure“, „Requiem“ und „Timekiller“.

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Nach diesem Feuerwerk war die Stimmung am Zenith angekommen und reif für den Topact: „VNV Nation“.
VNV NationMit kurzer Verspätung kam die vierköpfige Gruppe auf die Bühne und begann mit „Joy“.
Auf der Bühne war eine Videowand aufgebaut, auf welcher zunächst das Logo der Gruppe abgebildet war. Anschließend wurden die Songs mit passenden Ausschnitten ergänzt.
Zum Repertoire gehörte neben der neuen Scheibe „Judgement“ viele älteren Stücke wie: „Perpetual“ und „Homeward“ vom Album „Matter and Form“, sowie die allseits bekannten und beliebten Evergreens wie „Honour“ und „Genesis“.
Die Halle war brechend voll und es wurde getanzt was die „Ossi-Halle“ hielt! Der Auftritt war äußerst gelungen – und VNV Nation bildete den schönen Abschluss eines gelungenen Festivals!

Doch auch die kleinere Nebenbühne hatte den Tag über einiges zu bieten:

Suicidal RomanceDort wurde mit den Newcomern „Suicidal Romance“ gestartet. Pünktlich betraten die Estländer die Bühne und gaben bereits als Einstand eines ihrer schönsten Stücke „Not Alone“ zum Besten. Das Lied ist ein Solo der Sängerin Viktoria.
Beim zweiten Stück kam Sänger Dmitry dazu und es wurde das Debütalbum „Love Beyond Reach“ ausführlich vorgestellt. Die Stücke „Poisoned Kiss“, Prince of Darkness“ und „White Snow“ bestachen insbesondere durch das Wechselspiel der harten, verzerrten Stimme von Dmitry und der vollen, weichen „Angel-Voice“ von Viktoria.
Die rothaarige Maarja im Hintergrund am Keyboard, ergänzte die Combo auch optisch sehr gut.
Die Gruppe hat mich persönlich sehr überrascht – und ganz Chemnitz konnte mit Sicherheit nachvollziehen, warum Suicidal Romance in den letzten Monaten so hochgelobt wurde.
Wer Blutengel, Lame Imortelle und Co. mag - wird von Suicidal Romance auch begeistert sein!

Frozen PlasmaWeiter ging es mit „Frozen Plasma“ - und diese bargen für mich wohl die größte Überraschung des Tages. Hierzu muss ich erklären, dass ich die Gruppe kurz nach der Auflösung/Neuformierung (2005) das letzte Mal gesehen habe. Damals hatten sie eine Maxi-CD und damit schon ganz gut für Stimmung gesorgt - doch die durch den ausgestiegenen Sänger entstanden Lücke, konnte der neue Sängern nur schwer füllen....
Doch diesmal kochte die Halle bereits beim ersten Lied. Der Sänger Felix hat sich stimmlich, wie auch bühnenshowtechnisch wahnsinnig weiterentwickelt. Er sprang auf der Bühne herum (siehe Fotos ;-) - und das ohne jegliche Aufwärmphase, heizte die Fans an – und sang trotzdem absolut sicher. Auch ein Kompliment an Vasi Vallis, die neuen Songs sind noch mitreißender als die alten!
Und ich dachte 2005: Nach der Trennung (und so einem Sängerverlust) steht die Gruppe nie mehr auf! Da habe ich mich wohl glücklicherweise getäuscht! Neben der „alten Single“ „Hypocrite“ gab es einen Streifzug durch die zwei bis jetzt veröffentlichten Alben „Artifical“ und „Emphasize“.
Super gemacht Jungs – mehr davon!

SITDAnschließend wurde es richtig hart auf der Nebenbühne! Die Bühe war frei für [:SITD:].
Die drei Jungs von „Shadows In The Dark“ (das ist nämlich die ausgeschriebene Langform) heizten der kochenden Menge noch mehr ein. Der Sänger Carsten in weißem Shirt und schwarzer Mütze, gab alles. Gleiches machte das Publikum.
Genau wie bei der folgenden Gruppe waren die Fans mit erkennbaren Fan-Shirt sichtlich vertreten und wurden nach langer Wartezeit endlich losgelassen. Es wurde geschrien, geschubst und geschwitzt.
Das neue Album von [:SITD:] heißt „Bestie-Mensch“ und wurde natürlich auch ausführlich gespielt. Aber auch die etwas älteren Stücke wie z.B. „Suffering in Solitude“ wurden nicht vergessen.

Suicide CommandoAnschließend nahte der Topact der Nebenbühne: „Suicide Commando“.
Die drei Jungs brachten zur Unterstützung ihrer Bühnenshow eine große Videowand mit, auf der zunächst riesengroß das Bandlogo auf schwarzem Grund prangte.
Die letzte CD der Gruppe ist aus dem Jahre 2006 und hat den den Titel „Bind, Torture und Kill“. Der gleichnamige Track wurde auch als Eröffnungslied gewählt und animierte die Menge bereits zum mitbrüllen und tanzen – insbesondere, da der „Refrain-Text“ immer zeitgerecht auf der Videowand eingeblendet wurde.
Sonst wurde die Show quer durch alle Alben gespielt – immer unterstützt durch die Videowand, die mit schnell wechselnden Bildern von Blut, Tod und Verderben die Stimmung noch aggressiver machte und immer wieder den Blick auf sich zog, da die Bilder durch die Geschwindigkeit gar nicht richtig zu fassen waren.
Die Gruppe kam beim Publikum sehr gut an. Zudem reiste Suicide Commando mit einer großen „Fanschaft“ an, die Band-Shirts waren auch im Vorfeld nicht zu übersehen.


Resümee:
Insgesamt war das Festival sehr gut besucht (da wollten wohl mehr der Verwandschaft entkommen) und auch die Gruppen gut gewählt. Es war für jeden musikalischen Geschmack etwas dabei!

Negativ aufgefallen ist jedoch, dass in beiden Sälen „absolutes Rauchverbot“ herrschte, sich jedoch nicht alle daran hielten. Das ist mal die eine Sache. Aber dass die Securities der Stadthalle Chemnitz, die ja eigentlich für die Einhaltung verantwortlich wären, selbst vor der Bühne im Fotograben standen und rauchten, ist schon sehr widersprüchlich. Dann kann man die Schilder gleich weglassen...

Auch dass die Becher ohne Pfand ausgeteilt werden und man gegen Ende des Festivals knöchelhoch in Plasikbechern steht, sollte überdacht werden.
Dazu kam auch noch, dass man die Mülleimer suchen musste – es waren einfach zu wenige und die vorhandenen schnell überfüllt.

Dafür waren die Toiletten sehr sauber, reichlich vorhanden (ja, ich bin eben ein Mädchen und Toiletten sind wichtig) und das Personal gewohnt freundlich und hilfsbereit.

Exklusiv für registrierte User:
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Bands:
DOWN BELOW
EMILIE AUTUMN
CORVUS CORAX
DAS ICH
PROJECT PITCHFORK
VNV NATION
SUICIDAL ROMANCE
FROZEN PLASMA
S.I.T.D.
SUICIDE COMMANDO

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